Bergische Uni plant Auslaufen des Architekturstudiums bis 2036
Die Bergische Universität erwägt tiefgreifende Änderungen in ihrem Architekturstudiengang. Die Hochschule steht vor möglichen jährlichen Kürzungen von bis zu 5,7 Millionen Euro ab 2026 und sieht sich gezwungen, ihre Ausgaben neu zu bewerten. Statt pauschaler Einsparungen will die Universität gezielt strategische Prioritäten setzen – darunter auch eine mögliche schrittweise Abschaffung des renommierten Architekturstudiengangs.
Der Studiengang zählt derzeit rund 500 Studierende und ist einer von nur elf Architekturprogrammen in Deutschland. International hat er vor allem durch die Ausrichtung des Solar Decathlon 2021/22 Anerkennung gefunden. Trotz dieses Rufs hat die Universitätsleitung die Fakultät aufgefordert, ein neues, auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Konzept zu erarbeiten.
Anstatt kurzfristig zu kürzen, möchte die Hochschulleitung das sogenannte "Rasenmäherprinzip" vermeiden, bei dem alle Bereiche gleichmäßig betroffen wären. Als Lösung wird ein schrittweiser Auslauf des traditionellen Studiengangs über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren diskutiert. Die Verantwortlichen versichern den Studierenden, dass die langen Übergangsphasen allen den Abschluss ihres Studiums ermöglichen werden.
Die Nachfrage nach Architektinnen und Architekten bleibt indes hoch. Seit dem 1. September listet die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen 125 offene Stellen für Absolventen auf. Diese starke Marktlage steht im Kontrast zu den finanziellen Zwängen und Umstrukturierungsplänen der Universität.
Die Entscheidung der Hochschule wird die Zukunft eines der wenigen Architekturstudiengänge in Deutschland prägen. Sollte der Zehn-Jahres-Plan genehmigt werden, würde er die Nachhaltigkeitsziele der Universität unterstützen und gleichzeitig sicherstellen, dass alle aktuellen Studierenden ihr Studium abschließen können. Der Schritt spiegelt zudem die größeren Bestrebungen wider, Haushaltskürzungen zu bewältigen, ohne die Lehre zu beeinträchtigen.






