22 March 2026, 10:01

Willich stoppt zwei Kita-Neubauten wegen sinkender Nachfrage und Haushaltsnot

Plakat für den American Rescue Plan, auf dem steht, dass er die Kindarmut in der Hälfte reduzieren würde, mit einem Bild einer vielfältigen Gruppe von Menschen.

Willich stoppt zwei Kita-Neubauten wegen sinkender Nachfrage und Haushaltsnot

Willich streicht zwei geplante Kita-Neubauten wegen sinkender Nachfrage und knapper Haushalte

Die Stadt Willich hat zwei geplante Kindertagesstätten-Projekte abgesagt – begründet mit rückläufigen Anmeldezahlen und angespannten Finanzen. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der die Stadt innerhalb der letzten fünf Jahre einen Rückgang der angemeldeten Kinder um 10 Prozent verzeichnet. Gleichzeitig fordert die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" mehr dezentrale Betreuungsangebote, um Kitas in unmittelbarer Nähe zu den Wohnorten der Familien zu erhalten.

Allein in den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der in Willicher Kitas betreuten Kinder von etwa 2.800 auf 2.500 gesunken. Als Gründe nennen Stadtvertreter demografische Veränderungen: sinkende Geburtenraten, die Zunahme von Homeoffice nach der Pandemie sowie den Trend zu privater Kinderbetreuung. Diese Entwicklungen führten nun zur Streichung zweier Neubauvorhaben für Kindertageseinrichtungen.

Einzig das generationenübergreifende Zentrum im Reinershof, das auch die Kita Alperof beherbergen soll, bleibt als letzter kommunaler Neubau erhalten. Doch auch hier ist die Zukunft ungewiss, nachdem ein externer Investor in das Projekt eingestiegen ist. Unklar ist, ob die ursprünglichen Pläne in vollem Umfang umgesetzt werden können – und wie die Finanzierung gesichert wird.

Eltern und der Förderverein der Kita Alperof fordern seit Monaten Antworten von der Stadt. Am 6. März richteten sie einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch – vergeblich. Nun wird ein zweiter Brief vorbereitet, in dem die städtische Behauptung infrage gestellt wird, längere Wege zu den Kitas seien unvermeidbar. Zudem hat die Initiative den Bürgermeister zu einem direkten Gespräch eingeladen, um die Sorgen offen zu besprechen.

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Während Willich seine Ausbaupläne für Kitas zurückfährt, hält die Kampagne für wohnortnahe Betreuung an ihrem Anliegen fest. Angesichts schrumpfender Kinderzahlen und knapper Kassen bleibt das Reinershof-Projekt die letzte kommunale Neuerrichtung in der Pipeline. Eltern warten weiterhin auf eine Stellungnahme des Bürgermeisteramts, wie die Stadt den Zugang zu bezahlbarer und naher Kinderbetreuung für Familien vor Ort sichern will.

Quelle