Wilhelm-Heinrich-Riehl-Kolleg in Düsseldorf droht die Schließung nach Förderrückzug
Felix SchneiderWilhelm-Heinrich-Riehl-Kolleg in Düsseldorf droht die Schließung nach Förderrückzug
Zukunft des Wilhelm-Heinrich-Riehl-Kollegs in Düsseldorf-Lierenfeld ungewiss
Die Zukunft des Wilhelm-Heinrich-Riehl-Kollegs in Düsseldorf-Lierenfeld steht auf dem Spiel. Die Einrichtung, die Erwachsenen in vier bis sechs Semestern zum Fachabitur oder Abitur verhilft, droht nach dem Rückzug wichtiger Förderer geschlossen zu werden. Proteste und politische Debatten folgten, doch eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Das 1958 gegründete und seit 1961 als Ersatzschule anerkannte Kolleg sollte jungen Menschen eine zweite Chance auf schulische Abschlüsse bieten. Es richtet sich an Berufstätige mit abgeschlossener Ausbildung, Alleinerziehende und Menschen mit Migrationshintergrund. Träger ist ein Verein, dem die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer (HWK) und die Stadt Düsseldorf angehören.
Doch die Schülerzahlen sinken kontinuierlich: von 314 im Jahr 2019 auf nur noch 204 in 2024. Ähnliche Bildungsangebote in anderen Städten wurden bereits wegen nachlassender Nachfrage eingestellt. Die IHK hat ihre Unterstützung bereits zurückgezogen, und die HWK wird sich zum 31. Dezember 2024 zurückziehen – die Zukunft des Kollegs ist damit ungewiss.
Mehr als 40 Lehrkräfte und Studierende demonstrierten kürzlich für den Erhalt der Schule. Die Grünen und die SPD brachten im Schulausschuss der Stadt die Thematik zur Sprache und forderten Lösungen. Stadtdirektor Burkhardt Hintzsche betonte, dass Düsseldorf das Kolleg ohne die HWK rechtlich nicht allein betreiben könne.
Aktuell wird mit der Landesregierung nach einer möglichen Rettungslösung gesucht. Am 11. November soll eine Entscheidung bekannt gegeben werden, ein Bericht könnte am 19. November folgen. Konkrete Maßnahmen zum Erhalt des Kollegs stehen jedoch noch aus.
Das Schicksal der Bildungseinrichtung hängt nun von der anstehenden November-Entscheidung ab. Sollte keine alternative Finanzierung oder Unterstützung gefunden werden, könnte der Rückzug der HWK die Schließung erzwingen. Die Folge: Hunderte erwachsene Lernende müssten ihre schulische Laufbahn nach 2024 möglicherweise abbrechen.






