Vonovia auf Wachstumskurs - Schulden schneller reduzieren - Vonovia verzeichnet Rekordgewinn – doch Mieter zahlen die Zeche
Vonovia, Deutschlands größter Vermieter, meldet deutlichen Gewinnanstieg für 2025
Der Konzern verzeichnete einen starken Anstieg der Erträge – getrieben durch höhere Mieten und zusätzliche Einnahmequellen. Gleichzeitig üben Mieterverbände scharfe Kritik an den drastischen Mietsteigerungen in den Beständen des Unternehmens.
Der bereinigte Nettogewinn von Vonovia erreichte im vergangenen Jahr 1,54 Milliarden Euro, ein Plus von 5,3 % gegenüber 2024. Auch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) stieg um 6,0 % auf 2,8 Milliarden Euro. Haupttreiber dieses Wachstums waren die gestiegenen Mieteinnahmen: Die durchschnittliche Monatsmiete im Portfolio von Vonovia liegt nun bei 8,38 Euro pro Quadratmeter – ein Anstieg von 4,6 % im Vergleich zum Vorjahr.
Bundesweit kletterten die Durchschnittsmieten auf 8,19 Euro pro Quadratmeter, ein Zuwachs von fast 4 %. Besonders ausgeprägt waren die Steigerungen in Großstädten wie Berlin, München und Köln, wo Mieter einige der stärksten Erhöhungen hinnehmen mussten. Der Deutsche Mieterbund warf Vonovia daraufhin "drastische Mietpreistreiber" vor und forderte strengere Schutzmaßnahmen für Mieter.
Neben den Mieteinnahmen steigerte das Unternehmen seine Gewinne durch Zusatzdienstleistungen und Immobilienverkäufe. Die Aktionäre profitieren von einer Dividendenerhöhung um drei Cent auf 1,25 Euro pro Aktie. Zudem kündigte Vonovia an, seine Schulden schneller als ursprünglich geplant abzubauen.
Ende 2025 verfügte der Konzern über rund 531.000 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich mit einem Gesamtmarktwert von 84,4 Milliarden Euro. Diese Expansion festigte seine Position als zweitgrößter Wohnungsvermieter Europas – noch vor der Deutschen Wohnen, die jedoch weiterhin an der Spitze bleibt. Vonovia hatte 2021 und 2022 versucht, die Deutsche Wohnen zu übernehmen, scheiterte aber an kartellrechtlichen Hürden.
Während Vonovia mit aggressiven Mieterhöhungen vorangeht, verfolgten Wettbewerber wie LEG Immobilien und TAG Immobilien im gleichen Zeitraum eine zurückhaltendere Wachstumsstrategie.
Die finanziellen Ergebnisse unterstreichen die dominierende Stellung des Unternehmens auf dem Mietmarkt, doch die Strategie stößt bei Mieterschützern auf Kritik. Mit höheren Dividenden für Aktionäre und einem beschleunigten Schuldenabbau wird Vonovia seine führende Rolle im europäischen Wohnungssektor weiter ausbauen. Regulatorische Prüfungen und der Widerstand der Mieter könnten jedoch künftige Schritte des Konzerns beeinflussen.






