VDI-Chef fordert mehr Tempo für das neue Zukunftsministerium der Regierung
Charlotte SimonVDI-Chef fordert mehr Tempo für das neue Zukunftsministerium der Regierung
Adrian Willig, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), hat die Schaffung eines neuen Bundesministeriums für Zukunftstechnologien begrüßt. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Initiative der Regierung, Forschung und Innovation im Land zu stärken. Willig mahnte jedoch zügiges Handeln und eine deutlichere Würdigung der Rolle von Ingenieurinnen und Ingenieuren in den nationalen Plänen an.
Das neu gegründete Bundesministerium für Forschung, Technologie und Luftfahrt soll eine von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigte Technologieoffensive vorantreiben. Willig lobte zwar den Fokus der Regierung auf Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz und Quantencomputing, wies aber darauf hin, dass im Koalitionsvertrag Ingenieure trotz ihrer zentralen Bedeutung für diese Bereiche mit keinem Wort erwähnt werden.
Willig forderte eine langfristige Innovationsstrategie, um Deutschlands Spitzenposition in Zukunftstechnologien zu sichern. Als erste Aufgabe des Ministeriums schlug er die Organisation eines Innovationsgipfels vor. Um die Technologieoffensive zu unterstützen, regte er zudem die Bildung eines unabhängigen externen Expertengremiums an, das die Regierung berät.
Doch Willig geht es nicht nur um Strategien – er verlangt konkrete Maßnahmen. Er warnte vor monatelangen internen Diskussionen und betonte die Dringlichkeit sofortigen Handelns. Zu seinen Zielen gehört, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf mindestens 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu steigern, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in der Innovation zu erhalten.
Der VDI, der rund 130.000 Ingenieure und Fachleute vertritt, setzt sich weiterhin für stärkere Investitionen in die Technologie ein. Willigs Vorschläge unterstreichen, dass es sowohl um finanzielle Mittel als auch um klare Zielvorgaben geht. Der Erfolg des neuen Ministeriums wird davon abhängen, wie schnell es gelingt, Pläne in messbaren Fortschritt umzusetzen.
