Uwe Schneidewind zieht Bilanz: Klimapolitik zwischen Erfolg und Widerstand in Wuppertal
Noah MayerUwe Schneidewind zieht Bilanz: Klimapolitik zwischen Erfolg und Widerstand in Wuppertal
Uwe Schneidewind, der ehemalige Oberbürgermeister von Wuppertal, hat sich nach einer turbulenten fünfjährigen Amtszeit aus der Kommunalpolitik zurückgezogen. Seine Zeit im Amt war geprägt von Fortschritten in der Klimapolitik, aber auch von wachsendem politischen Widerstand. Nun blickt er in einem neuen Buch auf seine Erfahrungen zurück und hat eine Fellowship an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt angenommen.
2019 betrat Schneidewind die politische Bühne Wuppertals, als ihn Bündnis 90/Die Grünen und die CDU gemeinsam als Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt aufstellten. Dies geschah in einer Phase wachsender Klimabewegung, inspiriert von Greta Thunbergs Schulstreiks und der Fridays-for-Future-Bewegung. Bis zum 20. September 2019 hatten sich allein in Deutschland 1,4 Millionen Menschen an Protesten für mehr Klimaschutz beteiligt.
Im September 2020 gewann er die Wahl und trieb anschließend ehrgeizige Klimaprojekte voran. Unter seiner Führung verabschiedete Wuppertal den Klimaschutzplan Wuppertal 2030, baute Radwege aus und sanierte Gebäude zur Steigerung der Energieeffizienz. Auch städtebauliche Transformationsprojekte wie die Entwicklung grüner Stadtviertel und die Neugestaltung des Marktplatzes nahmen Gestalt an. Doch trotz dieser Erfolge spitzten sich die politischen Konflikte zu.
Noch vor Amtsantritt hatte ein Parteivertreter Schneidewind gewarnt, dass er für jedes Vorhaben um Unterstützung würde ringen müssen. 2022 zog die CDU ihre Rückendeckung zurück, sodass er sich im Stadtrat einer feindlich gesinnten Mehrheit gegenübersah. Die veränderte Lage erschwerte die Regierungsarbeit, und 2025 verzichtete er auf eine erneute Kandidatur.
In seinem neuen Buch Dienstschluss schildert Schneidewind die Hürden der Kommunalpolitik – von bürokratischen Hindernissen bis zu parteipolitischen Blockaden. Seit Januar 2025 forscht er als Fellow an der School of Transformation and Sustainability zu Nachhaltigkeitsthemen, fernab der politischen Grabenkämpfe.
Schneidewinds Amtszeit endet mit einer gemischten Bilanz: Seine Klimainitiativen prägten Teile Wuppertals nachhaltig, doch der Widerstand im Rat bremste weitere Reformen. Nun geben sein Buch und seine akademische Arbeit Einblick in die Realitäten städtischer Führung in einer Zeit der ökologischen Dringlichkeit.






