09 June 2026, 04:01

Unbekannte Heldinnen: Wie vier Frauen das Grundgesetz prägten

Solingen: Ausstellung über die Mütter des Grundgesetzes

Unbekannte Heldinnen: Wie vier Frauen das Grundgesetz prägten

Eine neue Ausstellung in Solingen rückt die oft übersehene Rolle von Frauen bei der Gestaltung des deutschen Grundgesetzes in den Fokus. Unter dem Titel „Die Mütter des Grundgesetzes“ widmet sich die Schau den vier weiblichen Mitgliedern des 65-köpfigen Parlamentarischen Rates, die vor 74 Jahren an der Ausarbeitung des Dokuments mitwirkten. Interessierte können ihre Beiträge im Volkshochschul-Zentrum (VHS) Solingen kostenlos erkunden.

Das Grundgesetz, die verfassungsrechtliche Grundlage Deutschlands, trat am heutigen Tag vor 74 Jahren, am 23. Mai 1949, in Kraft. Unter seinen Verfasser:innen befanden sich lediglich vier Frauen: Frieda Nadig und Elisabeth Selbert (beide SPD), Helene Wessel (Zentrumspartei) sowie Helene Weber (CDU). Ihre Arbeit war entscheidend dafür, die Gleichberechtigung der Geschlechter in der Verfassung zu verankern.

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Besonders Elisabeth Selbert setzte sich für Artikel 3, Absatz 2 ein, der festlegt: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Dieses Prinzip wurde zu einem Grundpfeiler des deutschen Rechts – auch wenn seine vollständige Umsetzung Jahrzehnte dauerte.

Die Ausstellung ist Teil der Reihe „Frauen! Macht! Politik!“ und beleuchtet den weiteren Kampf um Gleichstellung. Sie ist noch bis Donnerstag, den 22. Juni, im Verwaltungsflügel des VHS-Forums im 3. Stock des Solinger Kulturzentrums (Mummstraße 10) zu sehen. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 10:00 bis 18:00 Uhr.

Die Schau bietet einen seltenen Einblick in das Wirken der Frauen, die das moderne Deutschland mitgeprägt haben. Indem sie ihre juristischen und politischen Kämpfe nachzeichnet, spannt sie einen Bogen von historischen Meilensteinen zu aktuellen Debatten über Gleichberechtigung. Der Eintritt bleibt bis zum Ende der Ausstellung für alle Besucher:innen kostenfrei.

Quelle