Streit um Jagd als Naturschutz: Boykott vertieft Gräben zwischen Tierschützern und Jägern
Felix SchneiderStreit um Jagd als Naturschutz: Boykott vertieft Gräben zwischen Tierschützern und Jägern
Eine kürzlich abgehaltene Konferenz zum Artenschutz hat eine Debatte zwischen Jagdbefürwortern und Tierschutzorganisationen ausgelöst. Vertreter afrikanischer Gemeinschaften und europäischer Organisationen verteidigten dabei die Rolle der Jagd für den Naturschutz und die lokale Wirtschaft. Kritiker lehnten es jedoch ab, teilzunehmen, und vertieften so die Gräben.
Die Organisation Resource Africa hatte deutsche Tierschutzverbände zu einer Konferenz eingeladen, um über die nachhaltige Nutzung von Wildtieren zu diskutieren. Die Gruppen sagten ab, was scharfe Kritik des CIC Deutschland und des Deutschen Jagdverbands (DJV) nach sich zog. Beide Verbände verurteilten den Boykott und warfen den Organisationen vor, den Dialog zu verweigern.
Auf der Veranstaltung nahm das Community Leaders Network (CLN) Stellung zur Abwesenheit der Jagdgegner. Maxi Pia Louis, Sekretärin des CLN, argumentierte, dass regulierte Jagd Millionen Menschen im ländlichen Südafrika lebenswichtige Einnahmen sichere. Dr. Rodgers Lubilo, Vorsitzender des CLN, behauptete, einige Tierschutzorganisationen würden Spenden über eine echte Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften stellen.
Stephan Wunderlich vom CIC und DJV erklärte, dass Jagd oft in abgelegenen Gebieten stattfinde, in denen es kaum wirtschaftliche Alternativen gebe. DJV und CIC wiesen die Vorstellung zurück, dass Fototourismus die Einnahmen aus der Jagd problemlos ersetzen könne. Zudem forderten sie Kritiker auf, selbst nach Afrika zu reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.
Die Konferenz unterstrich die Haltung ländlicher afrikanischer Gemeinschaften, die sich für eine nachhaltige Jagd aussprechen. CIC und DJV bekräftigten ihre Unterstützung für lokale Entscheidungsprozesse bei der Nutzung natürlicher Ressourcen. Die Weigerung der Tierschutzorganisationen, an der Diskussion teilzunehmen, ließ zentrale Fragen unbeantwortet.
