SPD beantragt Untersuchungsausschuss zu Machtmissbrauch durch Bauministerin Scharrenbach
Moritz NeumannSPD beantragt Untersuchungsausschuss zu Machtmissbrauch durch Bauministerin Scharrenbach
Die SPD fordert einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur mutmaßlichen Machtmissbrauchsaffäre um Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach. Den Anstoß gab ein Bericht des Spiegel vom März, in dem ihr vorgeworfen wird, durch angeschrienes Personal und ein giftiges Arbeitsklima gesundheitsschädliches Verhalten an den Tag zu gelegt zu haben.
Auslöser der Affäre war die Spiegel-Recherche, die detailliert schildert, wie Scharrenbach den Präsidenten von IT.NRW, Oliver Heidinger, öffentlich gedemütigt und dessen Scheitern angeblich herbeiführen wollte. Die Ministerin räumte später ein, im Arbeitsalltag zu wenig Wertschätzung gezeigt zu haben, bestritt jedoch jede Absicht, Kollegen zu schaden.
Da die SPD mit 56 der 195 Landtagsmandate über die nötige Mehrheit für einen Untersuchungsausschuss verfügt, drängt sie nun auf Aufklärung. Unzufrieden mit Scharrenbachs Erklärungen, richten sich die Sozialdemokraten auch gegen Ministerpräsident Hendrik Wüst und dessen engsten Mitarbeiter, Nathanael Liminski. Gefordert wird der Zugriff auf sämtliche Beschwerden, Gesprächsprotokolle und Telefonate, die die Staatskanzlei zu ihrem Verhalten erhalten hat.
Die regierenden CDU und Grünen werfen der SPD vor, das Verfahren vor der Landtagswahl für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Es handele sich um Wahlkampfgetöse, so die Kritik – die Sozialdemokraten sollen den Zweck des Ausschusses präzisieren. Die oppositionalen Freien Demokraten (FDP) zweifeln unterdessen am Nutzen der Untersuchung an, während der SPD-Abgeordnete Blumenthal vorsichtig optimistisch ist, dass der Ausschuss noch in diesem Jahr abschließen könnte.
Für Ministerpräsident Wüst birgt das Verfahren Risiken: Sein Ruf als integrative Führungspersönlichkeit könnte vor der Wahl Schaden nehmen. Die SPD wiederum nutzt die Gelegenheit, um die Regierungsparteien in Sachen Verantwortung unter Druck zu setzen. Über den weiteren Verlauf entscheiden nun fraktionsübergreifende Verhandlungen und die gesammelten Beweise.






