Solinger Kirche setzt seit 2018 auf Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt
Felix SchneiderSolinger Kirche setzt seit 2018 auf Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt
Evangelische Kirche in Solingen hat seit 2018 Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt
Die Evangelische Kirche in Solingen verfügt seit 2018 über ein Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt. Dies erfolgte vor dem Hintergrund der breiten Debatten in der Kirche nach dem Rücktritt von Annette Kurschus von ihren Führungspositionen. Das lokale Konzept umfasst Schulungen, Meldepflichten und Unterstützung für Betroffene.
Thomas Förster, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Solingen, sieht in Kurschus’ Rückzug eine Gelegenheit, den Fokus wieder stärker auf den Schutz von Missbrauchsopfern zu lenken. Das Schutzkonzept der Solinger Kirche wurde vor fünf Jahren eingeführt. Es schreibt vor, dass alle hauptamtlichen Mitarbeiter:innen, Ehrenamtlichen und Verantwortungsträger:innen verpflichtende Schulungen absolvieren müssen. Die Richtlinien verlangen zudem, dass jeder begründete Verdacht auf strafbare Handlungen den Strafverfolgungsbehörden gemeldet werden muss.
Betroffene sexualisierter Gewalt in der Region können sich an Vertrauenspersonen wenden, um Hilfe zu erhalten. Auf der Website der Klingenkirche sind sowohl das Schutzkonzept als auch Kontaktdaten von Beratungsstellen aufgeführt. Über die Kirche hinaus bietet auch FABS – eine konfessionsunabhängige Organisation – Unterstützung für Betroffene an.
Annette Kurschus war als Ratsvorsitzende der EKD und als Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen zurückgetreten. Sie bestritt Vorwürfe, wonach sie in den späten 1990er-Jahren von schweren Vorwürfen gegen einen Kirchenmitarbeiter gewusst habe. Förster, der auch als Synodalassessor tätig ist, betonte, dass ihr Rücktritt die Aufmerksamkeit wieder auf den Schutz der Überlebenden lenken solle.
Das Schutzkonzept der Solinger Kirche bleibt bestehen – mit klaren Regeln zu Meldungen und Schulungen. Die Unterstützung für Betroffene wird weiterhin durch kirchliche Ansprechpartner:innen und unabhängige Initiativen wie FABS geleistet. Försters Aussagen deuten darauf hin, dass der Schwerpunkt weiterhin auf Prävention und der Fürsorge für diejenigen liegen wird, die durch Missbrauch Schaden erlitten haben.






