08 June 2026, 00:01

Solingen zeigt Niederlande, wie Integration von ukrainischen Geflüchteten gelingt

Delegation aus den Niederlanden besuchte das Solinger Jobcenter

Solingen zeigt Niederlande, wie Integration von ukrainischen Geflüchteten gelingt

Eine niederländische Delegation besuchte kürzlich Solingen, um sich darüber zu informieren, wie die deutsche Stadt ukrainische Geflüchtete in das lokale Leben integriert. Die Gruppe traf sich mit Vertretern der Stadtverwaltung, um über Herausforderungen und Erfolge bei Sprachkursen, der Arbeitsvermittlung und sozialer Unterstützung zu sprechen.

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Der Besuch erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Solingen weiterhin fast 1.400 Geflüchtete beherbergt, von denen viele auf staatliche Hilfe angewiesen sind, während sie sich in ihrer neuen Umgebung zurechtfinden.

Die Delegation setzte sich aus Vertretern niederländischer Ministerien sowie Beamten des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen zusammen. Sie besichtigten das Solinger Jobcenter und informierten sich über Maßnahmen zur Eingliederung der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. Jan Welzel, Leiter des Amts für Soziales und Recht der Stadt Solingen, gab einen Überblick über die aktuelle Situation der Geflüchteten in Solingen – auf Niederländisch, um den Gästen entgegenzukommen.

Sprachkurse bleiben ein zentrales Anliegen: Derzeit nehmen 394 ukrainische Geflüchtete an Deutschkursen teil. Weitere wichtige Themen waren der Zugang zu medizinischer Versorgung, Kinderbetreuung, Schulanmeldungen und die Vermittlung in Arbeitsplätze. Eine wiederkehrende Herausforderung stellt die Anerkennung ukrainischer akademischer und beruflicher Abschlüsse dar, die oft zu Verzögerungen bei der Arbeitsaufnahme führt.

Auch die Finanzierungsfragen wurden thematisiert, da Städte wie Solingen den Großteil der Kosten für Unterbringung und Integration tragen. Die niederländische Delegation berichtete von Kooperationsbeispielen, etwa von Psychologen beider Länder, die gemeinsam Geflüchtete bei psychischen Belastungen unterstützen.

Eine aktuelle Umfrage zeigte gemischte Absichten unter den ukrainischen Geflüchteten: 37 Prozent planen, langfristig in Deutschland zu bleiben, während 34 Prozent nach Kriegsende in ihre Heimat zurückkehren möchten. Seit Beginn der Krise hat Solingen über 1.750 Geflüchtete aufgenommen, von denen derzeit 1.240 über das Jobcenter finanzielle Unterstützung erhalten.

Der Austausch machte sowohl Fortschritte als auch anhaltende Hindernisse bei der Integration von Geflüchteten deutlich. Solingen passt seine Angebote – von Sprachkursen bis zur Arbeitsvermittlung – weiterhin an, während viele Ukrainerinnen und Ukrainer über ihre Zukunft in Deutschland nachdenken. Der Besuch unterstrich zudem die Notwendigkeit grenzüberschreitender Zusammenarbeit, um gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen.

Quelle