Solingen will mit Missimo-Projekt gegen Sozialbetrug vorgehen
Die Solinger CDU hat vorgeschlagen, das Missimo-Projekt einzuführen, um Sozialbetrug gezielt zu bekämpfen. Medienberichte vom Oktober 2022 hatten Razzien in der Stadt im Zusammenhang mit solchen Fällen thematisiert. Die Initiative zielt darauf ab, das Vertrauen in das Sozialsystem zu stärken, indem organisierter Missbrauch unterbunden wird.
Das Missimo-Projekt funktioniert durch den Abgleich von Daten aus verschiedenen Behörden mit den Unterlagen des Familienkassenamts. Es erkennt verdächtige Muster wie versäumte Arzttermine oder längere Schulfehlzeiten. Das System stützt sich auf überprüfbare Fakten, um sozioökonomische Verzerrungen zu vermeiden.
Ein Pilotprojekt in Krefeld förderte bereits 90 Fälle zutage, bei denen ein Schaden von insgesamt 1,7 Millionen Euro entstand. Rechtsexperten haben sichergestellt, dass das Vorhaben auf einer rechtlich soliden Grundlage arbeitet. Der regulierungspolitische Sprecher der CDU, Rafael Sarlak, betonte, wie wichtig es sei, der organisierten Kriminalität die Möglichkeit zu nehmen, Sozialsysteme auszunutzen.
Die Stadtverwaltung wurde aufgefordert, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um gegen diesen Betrug vorzugehen. Sarlak argumentierte, dass der Schutz bedürftiger Menschen es erfordere, die strukturellen Grundlagen solcher Machenschaften zu zerstören. Die CDU-Fraktion hat nun offiziell einen Antrag eingereicht, um Missimo nach Solingen zu bringen.
Sollte das Projekt umgesetzt werden, könnte es Sozialbetrug in der Stadt systematisch aufdecken. Es würde an die Erfolge in Krefeld anknüpfen und die Schutzmechanismen des Sozialsystems weiter stärken. Der Antrag markiert den ersten Schritt zu einer möglichen Einführung in Solingen.
