Sicherheitslücke offenbart geheime Castor-Route in NRW – wie konnte das passieren?
Moritz NeumannSicherheitslücke offenbart geheime Castor-Route in NRW – wie konnte das passieren?
Ein schwerwiegender Sicherheitsfehler hat vertrauliche Details über einen geplanten Transport von Atomabfällen in Nordrhein-Westfalen offenbart. Die als geheim eingestuften Routen des Transports waren zeitweise auf einer behördlichen Luftfahrtplattform einsehbar. Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit und Vertraulichkeit im Vorfeld der Verlegung auf.
Betroffen war die Digitale Plattform für unbemannte Luftfahrt des Bundesverkehrsministeriums. Von Mittwochabend bis Donnerstag war eine Drohnenflug-Sperrzone entlang der Autobahnen zwischen Jülich und Ahaus ausgewiesen – exakt jenem Streckenverlauf, der für den Transport von Brennelementen aus einem stillgelegten Forschungsreaktor zum Zwischenlager Ahaus vorgesehen ist.
Solche Transporte werden in der Regel streng geheim gehalten, um Terrorgefahren und mögliche Proteste zu verhindern. Die Routen der Castor-Behälter gelten als Verschlusssache, doch die Angaben waren öffentlich zugänglich, bevor sie wieder entfernt wurden. Das Ministerium hat auf Anfragen des WDR nicht reagiert, wie es zu dem Fehler kam oder was ihn ausgelöst hat.
Weitere Details zu den Sicherheitsvorkehrungen für den Transport wurden nicht bekannt gegeben. Bestätigt ist lediglich die versehentliche Online-Veröffentlichung der möglichen Route.
Der aufgedeckte Streckenverlauf zeigt ein Versagen im Umgang mit sensiblen Transportdaten. Angesichts des bevorstehenden nächsten Castor-Transports bleibt unklar, wie es zu dem Datenleck kam und ob zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Die Schweigsamkeit des Ministeriums lässt zentrale Aspekte des Vorfalls ungeklärt.






