NRW-Schulen kämpfen mit wachsender Gewalt – neues Gesetz soll Schutz bieten
Charlotte SimonNRW-Schulen kämpfen mit wachsender Gewalt – neues Gesetz soll Schutz bieten
Schulen in Nordrhein-Westfalen kämpfen mit steigender Gewalt – neues Gesetz soll Abhilfe schaffen
An den Schulen in Nordrhein-Westfalen nehmen gewalttätige Vorfälle immer weiter zu. Ein neuer Gesetzentwurf der Landesregierung soll das Problem nun in den Griff bekommen. Eine aktuelle Umfrage zeigt: 73 Prozent der Schulleitungen im Land hatten in den vergangenen fünf Jahren mit Gewalt gegen Lehrkräfte zu tun. Die Regierung plant nun schärfere Maßnahmen, um die Sicherheit zu erhöhen und dem Personal mehr Handlungsmöglichkeiten zu geben.
Die jüngsten Zahlen des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) zeichnen ein besorgniserregendes Bild. In Nordrhein-Westfalen berichteten 66 Prozent der Schulleiterinnen und Schulleiter von einer Zunahme gewalttätiger Vorfälle in den letzten fünf Jahren – ein höherer Wert als der Bundesschnitt von 60 Prozent. Bei 43 Prozent der Fälle handelte es sich um körperliche Angriffe auf Lehrkräfte, meist durch Schüler verübt. Psychische Gewalt und Cybermobbing gingen jedoch häufig auch von Eltern aus.
Die Landesregierung reagiert mit einem Gesetzentwurf, der die rechtlichen Befugnisse der Schulen stärken soll. Künftig könnten Lehrerinnen, Lehrer und Schulleitungen störende Schülerinnen und Schüler für bis zu vier Wochen vom Unterricht, von bestimmten Fächern oder schulischen Veranstaltungen ausschließen. Bei akuten Bedrohungen oder schweren Störungen soll das Personal zudem die Möglichkeit erhalten, Betroffene sofort von der Schule zu verweisen.
Der Entwurf erweitert auch das Spektrum der "erzieherischen Einwirkungsmöglichkeiten". So könnten Schüler vorübergehend für eine Woche in eine andere Klasse versetzt oder für zwei Tage komplett vom Unterricht ausgeschlossen werden. Anne Deimel, Landesvorsitzende des VBE, betonte, dass es eine Null-Toleranz-Strategie gegenüber jeder Form von Gewalt geben müsse. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass ausreichend Personal nötig sei, um die Maßnahmen wirksam umzusetzen.
Das neue Gesetz soll Schulen klare rechtliche Rückendeckung im Umgang mit Gewalt und Störungen geben. Lehrkräfte und Schulleitungen erhalten damit mehr Spielraum, um schnell auf Vorfälle zu reagieren. Ziel ist es, ein sicheres Umfeld für Beschäftigte und Schülerinnen und Schüler in ganz Nordrhein-Westfalen zu schaffen.






