Schaette triumphiert mit Doppelsieg beim Bachmannpreis 2024
Die Verleihung des Bachmannpreises hat die diesjährigen Preisträger bekannt gegeben. Sharon Dodua Otoo – bekannt unter ihrem Künstlernamen Schaette – erhielt den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis sowie den Publikumspreis für ihren Text „Was wir tragen“. Auffällig war in diesem Jahr zudem die rein weiblich besetzte Jury.
Schaettes preisgekröntes Werk setzt sich mit den lebenslangen Herausforderungen und Bewältigungsstrategien von Menschen mit Übergewicht auseinander. Ihre Erzählung überzeugte sowohl die Kritik als auch das Publikum und hob sich deutlich von den anderen Einreichungen ab.
Ozan Zakariya Keskinkılıç wurde mit dem Deutschlandfunk-Preis für „Vater ohne Sohn“ ausgezeichnet. Kinga Tóth erhielt den KELAG-Preis für ihre Darstellung eines „Ostblock-Mädchens“ und dessen Alltagskämpfe. Magdalena Schrefel gewann den mit 7.500 Euro dotierten 3sat-Preis für „Kirschen, Herz in der Schlinge“ – eine persönliche Auseinandersetzung mit Brustkrebs.
Slata Roschal präsentierte eine Geschichte, die sich zwar mit prekären Lebensumständen beschäftigte, ihren Fokus jedoch auf die Literaturszene legte. Nach ihrem Vortrag verweigerte sie die Konfrontation mit der Jury und kritisierte die etablierten Strukturen im Umgang mit Autor:innen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem auf Ingeborg Bachmanns Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“ Bezug genommen, in dem Gott als Angeklagter auftritt, der nach einer wahrheitsgemäßen Aussage freigesprochen wird.
Die diesjährigen Auszeichnungen spiegeln eine Vielfalt kraftvoller Erzählungen wider. Schaettes Doppelsieg unterstreicht die Wirkung ihrer Auseinandersetzung mit Gewicht und gesellschaftlichem Druck. Zudem markierte die Veranstaltung einen historischen Moment: Erstmals wurde der Wettbewerb von einer ausschließlich aus Frauen bestehenden Jury begleitet.
