Schaette gewinnt doppelten Bachmann-Preis mit bewegendem Text über Körperbilder
Felix SchneiderSchaette gewinnt doppelten Bachmann-Preis mit bewegendem Text über Körperbilder
Der Bachmann-Preis hat die Gewinnerinnen und Gewinner dieses Jahres bekannt gegeben. Sharon Dodua Otoo, bekannt unter ihrem Künstlernamen Schaette, erhielt den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis sowie den Publikumspreis für ihren Text „Was wir tragen“. Auffällig war in diesem Jahr zudem die rein weiblich besetzte Jury.
Schaettes preisgekrönter Text setzt sich mit den lebenslangen Herausforderungen und Bewältigungsstrategien von Menschen mit Übergewicht auseinander. Ihre Arbeit stach unter den Einreichungen hervor und erfuhr sowohl von der Kritik als auch vom Publikum große Anerkennung.
Ozan Zakariya Keskinkılıç wurde mit dem Deutschlandfunk-Preis für „Vater ohne Sohn“ ausgezeichnet. Kinga Tóth erhielt den KELAG-Preis für ihre Darstellung eines „Ostblock-Mädchens“ und dessen Alltagskämpfe. Magdalena Schrefel gewann den mit 3sat verbundenen kleinsten Preis für „Kirschen, Herz in der Schlinge“, eine persönliche Auseinandersetzung mit Brustkrebs.
Slata Roschal las eine Geschichte, die sich zwar mit prekären Lebensumständen beschäftigte, ihren Fokus jedoch stärker auf die Literaturszene legte. Nach ihrem Auftritt weigerte sie sich, der Jury gegenüberzutreten, und kritisierte die etablierten Strukturen im Umgang mit Autorinnen und Autoren. Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem auf Ingeborg Bachmanns Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“ Bezug genommen, in dem Gott als Angeklagter auftritt, der nach der Wahrheit freigesprochen wird.
Die diesjährigen Preise spiegeln eine Vielfalt kraftvoller Erzählungen wider. Schaettes Doppelsieg unterstreicht die Wirkung ihrer Auseinandersetzung mit Gewicht und gesellschaftlichem Druck. Die Veranstaltung markierte zudem einen historischen Moment, da erstmals eine ausschließlich aus Frauen bestehende Jury über die Wettbewerbsbeiträge entschied.
