RoRo-Schiffskrise bremst Chinas boomende Elektroauto-Exporte aus
Ein Mangel an RoRo-Schiffskapazitäten (Roll-on/Roll-off) stellt die Fahrzeugausfuhren aus China vor große Herausforderungen. Die Nachfrage nach Transportraum – insbesondere für Elektrofahrzeuge – übersteigt weiterhin das verfügbare Angebot. Das Problem hat seine Ursache in jahrelanger Unterinvestition sowie in der Verschrottung oder Stilllegung von Schiffen während der Pandemie, ohne dass ausreichend Ersatz beschafft wurde.
Dass 2023 kaum neue Schiffe in Dienst gestellt wurden, hat die Kapazitätsengpässe kaum gelindert. Viele RoRo- und ConRo-Schiffe (Kombischiffe für Rollgutfracht und Container) waren außer Dienst genommen oder stillgelegt worden, als der globale Handel ins Stocken geriet – und nur wenige Neubauten wurden in Auftrag gegeben. Diese Investitionslücke treibt nun die Frachtraten für beide Schiffstypen in die Höhe.
Chinas wachsende Exporte von Elektroautos verschärfen den Druck auf die ohnehin knappen RoRo-Kapazitäten zusätzlich. Einige Automobilhersteller reagieren darauf, indem sie eigene Schiffe kaufen oder Joint Ventures mit Logistikunternehmen eingehen, um sich Transportraum zu sichern. Andere weichen vorübergehend auf den Containerverkehr aus – begünstigt durch sinkende Containerfrachtraten.
Zudem haben jüngste Unfälle mit Elektrofahrzeugen zu strengeren Transportvorschriften geführt. Trotz dieser Hindernisse sind die Hersteller weiterhin bereit, Vertragsstrafen für nicht erfüllte Lieferverpflichtungen in Kauf zu nehmen.
Von einer Entspannung der Kapazitätskrise ist vorerst nichts zu spüren. Die Automobilkonzerne prüfen alternative Transportwege, um die Nachfrage zu bedienen. Bis neue Schiffe in Dienst gestellt werden, wird der Engpass voraussichtlich bestehen bleiben – mit Auswirkungen auf Produktionspläne und Kosten.
