30 June 2026, 12:01

Rheinbrücke Leverkusen: NRW kündigt Porr-Vertrag nach Stahlmängeln – und riskiert Milliardenstreit

Schwach verteidigte Vertragsauflösung Rheinbrücke

Rheinbrücke Leverkusen: NRW kündigt Porr-Vertrag nach Stahlmängeln – und riskiert Milliardenstreit

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat die Entscheidung des Landes öffentlich verteidigt, den Vertrag mit dem Bauunternehmen Porr für die neue Rheinbrücke Leverkusen vorzeitig zu beenden. Der Schritt, der vor über sechs Jahren vollzogen wurde, folgte auf gravierende Bedenken hinsichtlich der Qualität der verwendeten Stahlkomponenten.

Die Vertragsauflösung war eine Konsequenz aus systematischen Mängeln und umfangreichen Fehlern in Porrs Stahlbauarbeiten. Wüst, der sich auf Fachgutachten und die Zustimmung der Bundesregierung stützte, genehmigte die Entscheidung, um den Brückenbau zu beschleunigen. Die juristischen Folgen werden nun vor dem Landgericht Köln verhandelt, wobei beide Seiten erhebliche Forderungen geltend machen.

Die Bundesregierung verlangt von Porr Schadensersatz in Höhe von über 350 Millionen Euro. Das Unternehmen hat seinerseits eine Gegenklage über mehr als 200 Millionen Euro eingereicht und verweist dabei auf nicht bezahlte Leistungen und ausstehende Dienstleistungen. Unter Einbeziehung von Zinsen und Zeszinsen könnte die insgesamt strittige Summe auf bis zu eine Milliarde Euro anwachsen.

Das Projekt der neuen Leverkusener Rheinbrücke umfasst zwei parallele Brücken. Die erste ist bereits für den Verkehr freigegeben, während die zweite noch im Bau ist. Derzeit laufen die Montagearbeiten für die Stahlkonstruktionen; die Installation der Pylone soll im September 2026 beginnen. Wüst hat den geplanten Fertigstellungstermin für das gesamte Projekt – Mitte 2028 – bestätigt.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer betonte, dass das Land unabhängig vom Ausgang des Gerichtsverfahrens keine negativen Folgen erwarte. Der Rechtsstreit dauert derweil an, während beide Seiten auf das Urteil warten. Der Brückenbau bleibt jedoch im Zeitplan für die Fertigstellung bis Mitte 2028.

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Die finanziellen Dimensionen des Streits unterstreichen die hohen Kosten, die mit Verzögerungen und Vertragskonflikten bei großen Infrastrukturprojekten verbunden sind.

Quelle