20 June 2026, 02:02

Rekordbesuch beim Festival – doch die Kritik bleibt gespalten

Wiener Festwochen: Nun kehrt Frieden in den Staat der Götter zurück

Rekordbesuch beim Festival – doch die Kritik bleibt gespalten

In diesem Jahr lockte das Festival fast 196.000 Besucher:innen an und stellte damit einen neuen Besucherrekord auf. Doch Berichten zufolge sank die Auslastung der Veranstaltungen, seit Milo Rau die künstlerische Leitung übernommen hat.

Milo Rau sorgte mit kühnen Aussagen über seine Inszenierung für Aufsehen und bezeichnete sie als das „größte Theaterstück aller Zeiten“. Sein gesellschaftspolitischer Einfluss wuchs, nachdem er sich mit selbsternannten Propheten wie Peter Thiel und Braco kontroverse Auseinandersetzungen lieferte. Sein eigenes Werk „Republik der Götter“ lief fünf Wochen lang und löste eine breite Debatte aus.

Die anderen Produktionen wurden unterschiedlich aufgenommen: Susanne Kennedys „Parsifal“ litt unter den überwältigenden Digital-Effekten von Markus Selg. Nestervals Interpretation der Nibelungensage überzeugte nicht, während „Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2“ als trockener Vortrag kritisiert wurde. Dagegen stach „Turn“ des Gob Squad als interaktive Erkundung des Doppelgänger-Motivs hervor – sogar mit Publikum als Puppenspieler:innen.

Einige Inszenierungen ernteten jedoch hochgelobte Kritik: Angélica Liddells „Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder Die Lust am Sterben“ zählte zu den Höhepunkten. Florentina Holzingers „Pfingstspiel“ bot eine spektakuläre Stuntshow mit einem im Kreis driftenden BMW, Brigitta Muntendorfs „Der Tag davor“ präsentierte ein kraftvolles Manifest gegen Gewalt, und Thorsten Lensings „Tanzende Idioten“ wurde begeistert gefeiert. Auch Patti Smith hatte bemerkenswerte Auftritte während des Festivals.

Trotz gemischter Resonanz auf einzelne Produktionen verzeichnete das Festival eine noch nie dagewesene Besucherzahl. Rau prägte die Veranstaltung mit kontroversen, aber ambitionierten künstlerischen Statements. Das Festival festigte damit seinen Ruf als bedeutende Kulturplattform mit vielfältigen, oft provokanten Werken.

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