Recklinghausen diskutiert Prävention gegen Radikalisierung und Extremismus bei Jugendlichen
Noah MayerRecklinghausen diskutiert Prävention gegen Radikalisierung und Extremismus bei Jugendlichen
Veranstaltung zu Radikalisierungsprävention und Extremismus in Recklinghausen
Am 21. Januar 2025 fand in Recklinghausen eine Fachveranstaltung zur Bekämpfung von Radikalisierung und Extremismus statt. Organisiert von der örtlichen Polizei und den Schulberatungsdiensten, brachte sie Beamte, Pädagogen, Bürgermeister und Kommunalvertreter zusammen. Im Mittelpunkt standen antimuslimischer Rassismus, Islamismus sowie die Rolle sozialer Medien bei der Beeinflussung junger Menschen.
Die unter dem Titel „Antimuslimischer Rassismus und Islamismus im Kontext des Einflusses sozialer Medien – eine Herausforderung für Polizei und Schulen“ stehende Veranstaltung wurde mit einem Hauptvortrag von Prof. Dr. Mouhanad Khorchide eröffnet. Der renommierte Islamwissenschaftler lehrt als Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Münster und leitet dort das Zentrum für Islamische Theologie. In seinem Referat analysierte er Strategien gegen extremistische Narrative, die von Predigern auf TikTok verbreitet werden, und ging auf Ursachen und Treiber von Radikalisierung ein.
Khorchide teilte zudem Erkenntnisse aus seiner Tätigkeit in der „Task Force Islamismusprävention“ des Bundesinnenministeriums, wo er sich mit der Verhinderung von Online-Radikalisierung unter Jugendlichen befasst. Für sein Engagement in Bildung und interreligiösem Dialog wurde er im November 2024 mit der Goldenen Verdienstmedaille der Republik Österreich ausgezeichnet.
Nach dem Vortrag diskutierten die Teilnehmer in Kleingruppen über konkrete Maßnahmen zum Schutz junger Menschen vor extremistischem Einfluss. Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen betonte die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sicherheitsbehörden, um Hassrede und Radikalisierungstendenzen wirksam zu begegnen. Die Veranstaltung bezeichnete sie als wichtigen Schritt hin zu einer vertieften Kooperation bei gesellschaftlichen Herausforderungen.
Vertreter der Schulen wiesen auf bestehende Lücken in den aktuellen Ansätzen hin. Katharina Große-Westermann vom Schulpsychologischen Dienst Bottrop kritisierte das Fehlen attraktiver Alternativen zu hasserfüllten Online-Inhalten und forderte eine Stärkung der Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen. Marisa Roth vom Schulberatungsdienst Recklinghausen erläuterte hingegen die Unterstützung für Lehrkräfte, die durch Fortbildungen und fallbezogene Beratung auf individuelle Bedürfnisse eingehen können.
Die Diskussionen brachten neue Ideen zur Prävention von Radikalisierung unter Jugendlichen hervor. Schulen und Polizei vereinbarten, ihre gemeinsamen Anstrengungen in den Bereichen Prävention und Aufklärung auszubauen. Künftige Schritte werden voraussichtlich auf Medienkompetenzprogramme sowie eine engere Abstimmung zwischen Behörden und Bildungseinrichtungen abzielen.
