RAW-Gelände in Berlin: Räumungen drohen nach gescheiterten Verhandlungen mit der Kurth Group
Felix SchneiderRAW-Gelände in Berlin: Räumungen drohen nach gescheiterten Verhandlungen mit der Kurth Group
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes in Friedrichshain bleibt nach fast elf Jahren Verhandlungen ungewiss. Die Eigentümerin, die Kurth Group, hat das Planungsverfahren für gescheitert erklärt und sich 2024 aus den Gesprächen zurückgezogen. Mehrere Projekte, darunter der bekannte Club Cassiopeia, stehen nun in den kommenden Wochen vor der Räumung.
Die Kurth Group hatte das RAW-Gelände 2015 erworben, mit dem Ziel, es zu entwickeln und gleichzeitig seine subkulturelle Identität zu bewahren. 2022 schien ein Durchbruch möglich, als der Bezirk einen 100 Meter hohen Büroturm vorschlug – im Gegenzug für den Erhalt des kulturellen Kerns, der sogenannten „Kultur-L“. Bis Mai 2023 schien eine Einigung greifbar, doch der Bezirk zögerte die Erteilung der Baugenehmigungen hinaus, was zu einer Pattsituation führte.
Der Investor wirft dem Bezirk vor, der jüngste Rahmenvertrag diene allein den Interessen Berlins und ignoriere die eigenen Belange. Ohne gegenseitige Zusammenarbeit und einen finalen Plan könne die Kurth Group ihr ursprüngliches Konzept nicht umsetzen. In diesem Jahr entschied sich das Unternehmen daher, die Verhandlungen abzubrechen und stattdessen lukrativen Wohnungsbau voranzutreiben.
Am Samstagabend herrschte auf dem Gelände noch reges Treiben, unter anderem mit einer öffentlichen Fußball-Übertragung. Doch hinter den Kulissen erhielt Florian Falkenhagen, Geschäftsführer von Cassiopeia, die mündliche Aufforderung, den Standort bis Ende des Monats zu räumen.
Das Scheitern der Verhandlungen lässt die Zukunft des RAW-Geländes weiter offen. Cassiopeia und andere Projekte sollen in den nächsten Wochen weichen. Die Kurth Group plant nun den Bau von Wohnungen – und beendet damit ihren langjährigen Versuch, Gewinnstreben mit Kulturerhalt in Einklang zu bringen.






