07 May 2026, 04:01

NRW-Polizei startet Großoffensive für digitale Aufklärung mit OSINT-Spezialisten

Eine Gruppe von Polizeibeamten sitzt an einem Tisch während einer Schulung, mit Mobiltelefonen und anderen Gegenständen auf dem Tisch, in einem Raum mit Fenstern und Deckenbeleuchtung.

NRW-Polizei startet Großoffensive für digitale Aufklärung mit OSINT-Spezialisten

Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive zur Stärkung der digitalen Aufklärung

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich der digitalen Aufklärung auszubauen. Das unter dem Namen „Digitale Streife“ bekannte Projekt erweitert den Einsatz von Open Source Intelligence (OSINT) in den Sicherheitsbehörden des Landes. Dazu gehören neue Teams, spezielle Schulungen und eine deutliche Aufstockung des Personals, das sich mit der Überwachung digitaler Bedrohungen befasst.

Das Projekt nahm im September 2024 konkrete Formen an: Zehn neue Beamte wurden dem Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf zugeordnet. Sechs von ihnen verstärken das Team von Fabian Coenen, das nun als Referat 22.2 firmiert – eine Einheit mit 16 Spezialisten, darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Der 42-jährige Coenen leitet die Abteilung und konzentriert sich auf den Einsatz von OSINT bei politisch motivierter Kriminalität.

Die Expansion beschränkt sich jedoch nicht auf das LKA. Fast 100 zusätzliche Beamte in sechs regionalen Polizeibehörden sind mittlerweile in das „Digitale Streife“-Netzwerk eingebunden. Die größte dieser Einheiten befindet sich in Köln unter der Leitung von Swen Schubert. Sein Team umfasst 18 Stellen, darunter 16 Fallbearbeiter-Positionen, auf die sich über 60 Bewerber aus ganz Deutschland gemeldet hatten.

Ein zentraler Baustein der Initiative ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Dozent am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss, ist für die Schulung der neuen LKA-Mitarbeiter sowie der Beamten aus den sechs Regionalbehörden verantwortlich. Die Kurse vermitteln, wie Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen – etwa sozialen Medien – gesammelt und analysiert werden, um auf schnell eskalierende politische Ereignisse mit nationaler Sicherheitsrelevanz zeitnah reagieren zu können.

Laura Ellrich, 28, stieg 2022 in die Staatsschutzabteilung des LKA ein und hat sich seitdem unter Coenens Führung auf OSINT spezialisiert. Ihre Arbeit sowie die der erweiterten Teams unterstützt Einsatzlagen, in denen digitale Aufklärung entscheidend ist.

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Das „Digitale Streife“-Projekt stellt einen bedeutenden Modernisierungsschub für die Polizeiarbeit in Nordrhein-Westfalen dar. Mit mehr geschultem Personal, spezialisierten Einheiten und einem Fokus auf OSINT will das Land digitale Bedrohungen besser erkennen und bekämpfen. Die Initiative spiegelt einen größeren Trend wider: die Anpassung der Polizeistrukturen an eine zunehmend digitalisierte Welt.

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