19 April 2026, 08:02

NRW führt Punktesystem für ökologische Solarpark-Bewertung ein

Luftaufnahme eines Solarparks mit Panelen, umgeben von Bäumen, Gras, Wasser und einer nahen Bahntrasse.

NRW führt Punktesystem für ökologische Solarpark-Bewertung ein

Nordrhein-Westfalen veröffentlicht Leitfaden zur ökologischen Bewertung von Freiflächen-Solaranlagen

Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Solarparks vorgelegt. Das vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz veröffentlichte Dokument führt ein Punktesystem ein, um verschiedene Teilbereiche dieser Anlagen zu klassifizieren. Ziel ist es, die Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen im gesamten Bundesland zu standardisieren.

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Der Leitfaden bewertet den ökologischen Wert von Teilflächen in Photovoltaikanlagen auf einer Skala von null bis fünf. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Note null und erfordern einen vollständigen Ausgleich. Teilversiegelte Zonen, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet, während die Flächen direkt unter den Solarmodulen in der Regel ebenfalls mit einem Punkt eingestuft werden.

Die Bewertung der Zwischenräume zwischen den Modulreihen variiert je nach angestrebtem Lebensraum. Diese Bereiche können in der ökologischen Bilanz abgewertet werden, wenn sie die vorgegebenen Ziele nicht erreichen. Um die Naturverträglichkeit zu verbessern, empfiehlt die Behörde größere Reihenabstände von mindestens fünf Metern, eine Aufständerung der Modultische auf mindestens 0,8 Meter sowie fundamentfreie Bauweisen.

Nordrhein-Westfalen plant einen massiven Ausbau der Solarkapazitäten und strebt bis 2030 eine Leistung von 21 bis 27 Gigawatt sowie bis 2040 von 50 Gigawatt an. Aktuell sind im Land 13,21 Gigawatt installiert. Der Bundesverband Erneuerbare Energie hat den Leitfaden jedoch kritisiert, die wissenschaftliche Grundlage infrage gestellt und bemängelt, dass die Bewertungen für die Flächen unter und zwischen den Modulen zu niedrig angesetzt seien.

Die neuen Richtlinien bieten einen Rahmen, um den Ausbau der Solarenergie mit dem ökologischen Schutz in Einklang zu bringen. Entwickler müssen bei der Planung von Ausgleichsmaßnahmen für die Flächennutzung nun standardisierte Regeln beachten. Die ehrgeizigen Solarziele des Landes setzen auf diese Maßnahmen, um Umweltschäden zu minimieren und gleichzeitig die erneuerbaren Energien auszubauen.

Quelle