Neues Werkzeugset revolutioniert die Erforschung von IRES in der mRNA-Forschung
Noah MayerNeues Werkzeugset revolutioniert die Erforschung von IRES in der mRNA-Forschung
Forscher des Universitätsklinikums Bonn, der Universität Bonn und der Stanford University haben ein neues Werkzeugset zur Erforschung von Internal Ribosome Entry Sites (IRES) entwickelt. Die in der Fachzeitschrift The EMBO Journal am 13. März 2025 veröffentlichte Innovation soll einen Goldstandard in einem Bereich setzen, dem bisher zuverlässige Methoden zur Charakterisierung fehlten.
Das Team schloss damit eine lang bestehende Lücke in der Erforschung zellulärer IRES – Abschnitte der mRNA, die die Proteinproduktion ohne den üblichen kapabhängigen Prozess ermöglichen. Bisher gab es keine einheitliche Methode, um diese Elemente präzise zu identifizieren und zu messen.
Das neu entwickelte Werkzeugset kombiniert zwei Schlüsseltechniken: Zum einen eine Methode mit zirkulären RNA-Reportern, die es ermöglicht, die IRES-Aktivität präzise zu verfolgen. Zum anderen kommt eine quantitative Färbung einzelner mRNA-Moleküle zum Einsatz, mit der Forscher die IRES-Funktion detailliert sichtbar machen und analysieren können. Dieser duale Ansatz ermöglicht eine robuste Charakterisierung sowohl in kultivierten Zellen als auch in embryonalen Geweben.
Die Arbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Universität Bonn gefördert. Das Werkzeugset wurde von den drei beteiligten Institutionen patentiert. Seine Fähigkeit, besonders starke IRES-Elemente zu identifizieren, könnte sich als wertvoll für die synthetische Biologie und die Entwicklung neuer mRNA-basierter Therapien erweisen.
Die Veröffentlichung in The EMBO Journal (DOI: 10.1038/s44318-025-00404-5) markiert einen wichtigen Fortschritt in der IRES-Forschung. Durch die Bereitstellung einer zuverlässigen, standardisierten Methode könnte das Werkzeugset Entdeckungen auf dem Gebiet der Genregulation und therapeutischen Anwendungen beschleunigen.






