03 March 2026, 17:24

Neuer Präsident bringt Stabilität ans Oberverwaltungsgericht Münster

Ein Porträt von Johann Wolfgang von Goethe in einer schwarzen Robe auf einem alten Dokument aus dem Jahr 1789, mit Text darauf geschrieben.

Nach Machtkampf um OVG-Spitze: Günther offiziell im Amt - Neuer Präsident bringt Stabilität ans Oberverwaltungsgericht Münster

Carsten Günther hat das Amt des Präsidenten des Oberverwaltungsgerichts Münster übernommen und damit eine Position besetzt, die vier Jahre lang vakant war. Seine Ernennung folgt auf einen langwierigen Streit, der das Auswahlverfahren verzögert hatte. Das Gericht war seit 2020 ohne eine dauerhafte Führungskraft im Amt.

Die Vakanz begann mit dem Ruhestand von Ricarda Brandts im Jahr 2021. In den folgenden drei Jahren leiteten zwei Vizepräsidenten die Geschäfte des Gerichts. In dieser Zeit bearbeitete das Münstersche Gericht bedeutende Fälle, darunter die Klage der AfD gegen ihre Einstufung als rechtsextremistische Partei. Die endgültige Entscheidung über den Status der Partei traf jedoch im Mai 2024 das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, geleitet vom Zweiten Senat unter dessen Präsident Stephan Harbarth.

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Günthers juristische Laufbahn begann im Jahr 2000 am Verwaltungsgericht Köln. Später arbeitete er am Verwaltungsgericht Düsseldorf und am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Zwischen 2007 und 2010 war er als Richter an genau jenem Oberverwaltungsgericht Münster tätig, dem er nun vorsteht. Zu seinen Erfahrungen zählen auch Abordnungen ins Bundesjustizministerium und in die Staatskanzlei von Nordrhein-Westfalen.

Das Ernennungsverfahren verzögerte sich aufgrund eines erbitterten Streits, an dem mehrere Gerichte und eine parlamentarische Anfrage beteiligt waren. Trotz dieser Herausforderungen übernahm Günther offiziell im vergangenen Sommer die Leitung und brachte damit Stabilität in die Institution.

Mit Günthers Amtsantritt hat das Oberverwaltungsgericht Münster nach Jahren der kommissarischen Führung wieder einen festen Präsidenten. Seine umfangreiche Expertise im Verwaltungsrecht und seine früheren Erfahrungen am Gericht qualifizieren ihn für die Bewältigung der anstehenden Fälle. Die Beilegung der langjährigen Vakanz dürfte die gerichtlichen Abläufe in der Region effizienter gestalten.