Moers' jüdische Geschichte erhält neue Schirmherrin und aktuelle Broschüre
Felix SchneiderMoers' jüdische Geschichte erhält neue Schirmherrin und aktuelle Broschüre
Bürgermeisterin Julia Zupancic hat die offizielle Schirmherrschaft über die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Moers übernommen. Die Ankündigung erfolgte während eines Treffens mit dem Vorstand des Vereins im März 2026. Ihre Unterstützung markiert ein neues Kapitel für die seit Langem aktive Gruppe, die sich seit Jahrzehnten für den Dialog einsetzt und das jüdische Erbe der Stadt bewahrt.
Bei der Zusammenkunft stellte die Gesellschaft auch ihre neueste Broschüre "Spuren jüdischen Lebens" vor. Die Publikation dokumentiert die wenigen noch sichtbaren Zeugnisse der jüdischen Vergangenheit Moers' – von Synagogen bis hin zu Mahnmalen wie den Stolpersteinen.
Die Wurzeln des Vereins reichen bis in die 1980er-Jahre zurück, als der lokale Aktivist Heinz Kremers für sein Engagement im christlich-jüdischen Dialog mit der renommierten Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet wurde. Seitdem hat sich die Initiative von bescheidenen Anfängen zu einem gut vernetzten Akteur entwickelt. Zu ihren Aktivitäten zählen die Erstellung von Bildungsmaterialien, etwa die frühere Reihe "Spuren jüdischen Lebens", sowie Stadtführungen, die von Mitgliedern wie Heidi Nüchter-Blömeke geleitet werden.
Im Laufe der Jahre pflegte der Verein enge Kontakte in ganz Deutschland und trug dazu bei, dass Moers weitere Anerkennung erhielt – darunter eine weitere Buber-Rosenzweig-Medaille für Nikolaus Schneider im Jahr 2012. Die Einbindung junger Menschen stand stets im Mittelpunkt, etwa durch Partnerschaften wie den Moers-Ramla-Austausch oder Demokratie-Workshops in Kooperation mit der vhs Moers. Lehrer Daniel Schirra und sein ehemaliger Schüler Julian Müller spielten eine Schlüsselrolle dabei, die Anliegen des Vereins in Schulen zu tragen.
Die neue Broschüre "Spuren jüdischen Lebens" knüpft an dieses Erbe an. Für drei Euro in Bibliotheken und Rathäusern erhältlich, kartiert sie die noch vorhandenen Relikte jüdischer Kultur in Moers. Martin Behnisch-Wittig, der evangelische Vorsitzende, beschrieb das Wachstum des Vereins als organisch – getragen vom Engagement der Gemeinschaft selbst.
Mit Zupancics Schirmherrschaft erhält die Gesellschaft weiteren Rückhalt für ihre Arbeit in der Erinnerungskultur und der Prävention von Antisemitismus. Die Veröffentlichung der Broschüre und die laufenden Schulprojekte sorgen dafür, dass sich auch künftige Generationen mit der jüdischen Geschichte Moers' verbunden fühlen. Mit Jahrzehnten an Erfahrung und neuer kommunaler Unterstützung ist der Verein gut aufgestellt, um seinen Dialogauftrag auch in den kommenden Jahren fortzuführen.






