07 June 2026, 02:01

Mindestlohn steigt 2024 und 2025 – doch Kritik bleibt laut

Mindestlohn steigt ab Januar 2024 um 3,4%

Mindestlohn steigt 2024 und 2025 – doch Kritik bleibt laut

Die Mindestlohnkommission hat eine zweistufige Erhöhung des Mindestlohns für Geringverdiener beschlossen. Ab dem 1. Juli 2024 steigt der Stundenlohn um 12 Cent, gefolgt von einem weiteren Anstieg um 41 Cent zum 1. Januar 2025. Die Entscheidung stößt bei Arbeitgebern und Sozialverbänden auf geteilte Reaktionen.

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Die Abstimmung in der Kommission verlief nicht einstimmig. Arbeitgeber kritisierten die geplanten Erhöhungen als „unrealistisch hoch“ und warnten vor möglichen Arbeitsplatzverlusten, insbesondere in Branchen, die stark auf Niedriglöhne angewiesen sind. Sozialverbände hingegen hatten sich für eine deutlich stärkere Anhebung ausgesprochen und einen Mindestlohn von mindestens 14 Euro pro Stunde gefordert.

Stefan Körzell, DGB-Vorstandsmitglied und Vertreter in der Kommission, übt scharfe Kritik am Ergebnis. Die moderate Erhöhung werde nahezu sechs Millionen Mindestlohnbezieher mit einem realen Lohnverlust zurücklassen, so Körzell. Heike Herrig, Vorsitzende des VdK-Sozialverbands in Solingen-Remscheid, verdeutlichte die Zahlen: Bei einer 40-Stunden-Woche entspricht die Erhöhung im Juli lediglich 71,34 Euro brutto mehr im Monat.

Die zweite Anpassung, die im Januar 2025 in Kraft tritt, wird den Gesamtanstieg auf 53 Cent pro Stunde bringen. Trotz der schrittweisen Erhöhungen bleiben Kritiker überzeugt, dass die Maßnahmen die Lebenshaltungskosten für die ärmsten Arbeitnehmer nicht ausreichend abfedern.

Die schrittweise Lohnerhöhung wird in zwei Phasen innerhalb der nächsten 18 Monate umgesetzt. Während Arbeitgeber weiterhin die finanzielle Belastung betonen, weisen Sozialverbände auf die begrenzte Entlastung für die Haushalte der Beschäftigten hin. Die Entscheidung der Kommission hinterlässt beide Seiten unzufrieden.

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