Mainz feiert seine Karnevalstradition mit historischer Führung am 12. November
Felix SchneiderMainz feiert seine Karnevalstradition mit historischer Führung am 12. November
Mainz bereitet sich auf die Karnevalssaison vor – mit einer besonderen Führung am 12. November
Unter dem Titel „Meenzer Fastnacht seit 1814“ lädt die Stadt zu einem Streifzug durch die tief verwurzelten Traditionen und die kulturelle Bedeutung des Mainzer Karnevals ein. Franz Winkler, Major der historischen Mainzer Kleppergarde, führt die Teilnehmer durch die bewegte Festgeschichte der Stadt.
Der Mainzer Karneval nahm im frühen 19. Jahrhundert unter französischer Herrschaft seine heutige Form an. Bereits 1837 markierte der Umzug des Krähwinkler Landsturms eine frühe Version der heutigen Rosenmontagszüge. 1856 wurde die Mainzer Kleppergarde gegründet – sie ist die zweitälteste Karnevalsgesellschaft der Stadt und berühmt für ihr rhythmisches Klappern mit den namensgebenden Instrumenten.
Offiziell beginnt die „fünfte Jahreszeit“ zwar am 11. November, doch erst ab Neujahr schwappt die Feierlaune vollends über die Stadt. Im Kern steht der Karneval für freie Rede, spöttische Gesellschaftskritik und den spielerischen Widerstand gegen Obrigkeiten. Die Tradition der politisch-literarischen Büttenreden – scharfzüngiger Spottvorträge – reicht vermutlich bis in die Vormärzzeit (1815–1848) zurück.
Doch der Karneval prägt Mainz nicht nur während der Session: Hundertschaften von Vereinen und Garden halten das Brauchtum das ganze Jahr über lebendig und festigen so den Ruf der Stadt als eine der Hochburgen des deutschen Karnevals.
Die Führung am 12. November vertieft den Blick auf die prägende Kraft des Festes – von seinen Anfängen im 19. Jahrhundert bis zu den heutigen großen Umzügen. Winklers Rundgang zeigt, wie der Karneval zur identitätsstiftenden Konstante der Stadt geworden ist und bis heute wirkt.






