Köln und Düsseldorf planen legalen Mikrohandel mit harten Drogen in kontrollierten Räumen
Felix SchneiderKöln und Düsseldorf planen legalen Mikrohandel mit harten Drogen in kontrollierten Räumen
Köln und Düsseldorf erwägen einen mutigen Plan: den legalen Mikrohandel mit harten Drogen in kontrollierten Einrichtungen. Damit soll der wachsenden Kriminalität und den öffentlichen Belastungen durch offene Drogenszenen in deutschen Großstädten begegnet werden. In Metropolen wie Hamburg, Berlin und Frankfurt hat Crack Heroin mittlerweile als meistkonsumierte illegale Substanz abgelöst.
Lokale Politiker wie Stephan Keller (CDU) und Torsten Burmester (SPD) treiben die Initiative voran. Sie haben den Justizminister von Nordrhein-Westfalen, Benjamin Limbach (Grüne), gebeten, die rechtlichen Rahmenbedingungen für kleine Drogengeschäfte in Konsumräumen zu prüfen. Solche Einrichtungen würden klare, rechtlich abgesicherte Richtlinien für das betreuende Personal vorgeben.
Vorgesehen sind spezielle Bereiche, in denen schwerstabhängige Nutzer kleine Mengen harter Drogen unter medizinischer Aufsicht kaufen und verkaufen könnten. Keller ist überzeugt, dass dies aggressives Betteln, Diebstahl und Prostitution – häufige Begleiterscheinungen von Suchterkrankungen – verringern würde. Burmester verwies auf den Kölner Neumarkt als besonderen Brennpunkt, wo der Drogenhandel Anwohner und Unternehmen stark belastet.
Beide Städte seien bereit, bei diesem Ansatz eine Vorreiterrolle einzunehmen, betonte Keller. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der sich der Crack-Konsum in städtischen Gebieten ausbreitet und den Druck auf Gemeinden und Behörden verstärkt.
Sollte das Konzept genehmigt werden, wäre dies ein bedeutender Kurswechsel in der Drogenpolitik der Region. Die kontrollierten Zentren würden einen geregelten Rahmen für den Mikrohandel bieten – mit dem Ziel, öffentliche Unruhen einzudämmen. Die anstehende rechtliche Prüfung wird zeigen, ob der Plan umsetzbar ist.






