19 February 2026, 22:07

Kemptener OB-Wahl wird auf der Bühne mit scharfem Spott zerpflückt

Eine Karikatur eines Mannes in einem Kilt und einer Frau in einem Kleid, die vor einer Menge stehen, mit einem Gebäude und Wolken im Hintergrund und einem Text unten, der "Low Comedians Amusing the Wise Men of the East" lautet.

Kemptener OB-Wahl wird auf der Bühne mit scharfem Spott zerpflückt

Satirische Bühnenparodie nimmt Kemptener Oberbürgermeister-Wahl auf die Schippe

Eine satirische Bühnenparodie hat die Oberbürgermeister-Wahl in Kempten auf die Schippe genommen – mit Spitzen gegen beide Kandidaten sowie die regierende CDU. Dargeboten von lokalen Schauspielern, persiflierte das Stück politische Ehrgeizigkeit und persönliche Eigenheiten im Vorfeld der Wahl 2026. Unterdessen hat die Freie Demokratische Partei (FDP) die amtierende Bürgermeisterin für eine dritte Amtszeit unterstützt.

In der Parodie wurden die OB-Anwärter überzeichnet dargestellt: Dominik Tartler wurde als zu jung und unerfahren für das Amt abgetan. Katharina Schrader gab eine naive "Frau Holle", während Franz-Josef Natterer-Babych als selbstverliebter Narzisst gezeigt wurde. Die Figur "DonQuiSchoche" verkörperte dabei den Widerstand gegen die dominierende CDU.

Der Arzt Thomas Spitzer mimte einen Hausarzt, der sich weigert, Patienten in seiner Praxis auf Durchfall zu untersuchen. Zudem scherzte er über seine Parkprivilegien in Kempten und zitierte einen Songtext: "Ich zahl' keinen Cent fürs Parken – in Kempten kennt mich jeder." Die Aufführung enthielt auch die Mahnung, dass politische Macht kein Dauerzustand ist.

Offen blieb die Frage nach möglichen Nachfolgern der amtierenden Oberbürgermeisterin Indra Baier-Müller, die im Stück als "Hausdrache" karikiert wurde. Kandidaten wie "Rechenmeister" Eigstler oder "Hai" Wilhelm wurden erwähnt, aber nicht klar favorisiert. Ob die Satire den Wahlkampf tatsächlich beeinflussen wird, bleibt ungewiss – konkrete Hinweise darauf gibt es nicht.

Die FDP bleibt die einzige große Partei, die Baier-Müllers Wiederwahl offen unterstützt. Der scharfe Humor der Parodie spiegelte zwar die Spannungen im Rennen wider, verschaffte aber keinem Kandidaten einen klaren Vorteil. Der Wahlkampf geht weiter – zwischen Spott und offizieller Rückendeckung durch ihre Parteifreunde.