20 March 2026, 16:02

Junge Menschen in NRW verlieren das Vertrauen in die Demokratie – Schulen in der Pflicht

Ein Plakat mit der Aufschrift "Mangelnde Bildung: Der Kreislauf" mit chaotischen Bildern von verschiedenen Menschen und fettem schwarzem Text, das die Auswirkungen von schlechter Bildung veranschaulicht.

Junge Menschen in NRW verlieren das Vertrauen in die Demokratie – Schulen in der Pflicht

Ein neuer Bericht offenbart eine wachsende Unzufriedenheit mit der Demokratie unter jungen Menschen in Nordrhein-Westfalen. Der dritte Demokratie-Report, veröffentlicht von der Landeszentrale für politische Bildung, zeigt einen deutlichen Rückgang der Unterstützung – besonders bei unter 45-Jährigen. Schulen gelten nun als entscheidend, um diesem Trend entgegenzuwirken, da sich die Online-Radikalisierung schneller ausbreitet, als die traditionelle Bildung sie bewältigen kann.

Die Studie ordnet 44 Prozent der Bevölkerung als "überzeugte Demokraten" ein, während 42 Prozent zu den "fragilen Demokraten" zählen. Weitere 8 Prozent werden als "Demokratiegegner" klassifiziert. Besonders dramatisch ist der Rückgang bei jüngeren Altersgruppen: Die 19- bis 29-Jährigen zeigen das geringste Vertrauen in demokratische Systeme.

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Nur noch die Hälfte der jungen Menschen gibt an, mit der Funktionsweise der Demokratie zufrieden zu sein. Diese Unzufriedenheit wird unter anderem durch die Konfrontation mit extremistischem Inhalt im Netz geschürt. Soziale Medien, Chatgruppen und Gaming-Plattformen sind zu Brennpunkten der Radikalisierung geworden, die Vertrauenslücken und Defizite in der politischen Bildung ausnutzen.

Der Bericht betont, dass Schulen eine stärkere Rolle bei der Vermittlung demokratischer Werte übernehmen müssen. Aktuell wünschen sich 76 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, dass politische Themen stärker im Unterricht behandelt werden. Doch die klassische politische Bildung hat Mühe, mit der Geschwindigkeit und Reichweite digitaler Extremismuspropaganda mitzuhalten. Fast die Hälfte der Befragten stimmte der Aussage zu, die Gesellschaft würde von einer dominierenden Einheitspartei profitieren – ein alarmierendes Zeichen für wachsende undemokratische Haltungen.

Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt vor den Gefahren, denen junge Menschen im Netz ausgesetzt sind, darunter Frauenfeindlichkeit, Gewalt und extremistische Ideologien. Ohne Gegenmaßnahmen, so der Bericht, könnten sich diese Entwicklungen weiter negativ auf das demokratische Engagement auswirken.

Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an modernisierten Konzepten der politischen Bildung. Schulen werden als zentraler Ort identifiziert, um demokratische Resilienz zu stärken – doch sie müssen sich den Herausforderungen der digitalen Radikalisierung stellen. Ohne gezieltes Handeln droht die Kluft zwischen den Erwartungen junger Menschen und ihrem Vertrauen in die Demokratie weiter zu wachsen.

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