IG-BCE-Chef fordert radikale Steuerreform: Reiche sollen mehr zahlen, Mittelschicht entlastet werden
Charlotte SimonIG-BCE-Chef fordert radikale Steuerreform: Reiche sollen mehr zahlen, Mittelschicht entlastet werden
Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE, hat weitreichende Reformen des deutschen Steuersystems vorgeschlagen. In einem Interview mit der Rheinischen Post forderte er höhere Steuern für Wohlhabende, während die Mittelschicht entlastet werden soll. Sein Plan umfasst Anpassungen bei der Einkommen-, Erbschaft- und Vermögensteuer, um öffentliche Investitionen zu finanzieren.
Vassiliadis schlägt vor, die Einkommensgrenze für den Spitzensteuersatz auf etwa 100.000 Euro Bruttojahreseinkommen anzuheben. Derzeit greift der höchste Satz von 42 Prozent bereits bei einem niedrigeren Einkommen. Zudem regt er an, diesen Spitzensteuersatz um zwei bis drei Prozentpunkte zu erhöhen.
Zu seinen Vorschlägen gehört auch eine neue Vermögensteuer für Einkommen über 200.000 Euro. Eine zusätzliche Abgabe auf Superreiche soll Infrastruktur- und Verteidigungsprojekte finanzieren. Vassiliadis argumentiert, dass die Ultravermögenden von starken öffentlichen Dienstleistungen und Sicherheit profitieren.
Auch die Erbschaftsteuer würde nach seinen Plänen steigen. Allerdings räumt er Bedenken von Wirtschaftsverbänden ein, die höhere Steuern auf Betriebsvermögen kritisieren. Ziel ist es, das Steuersystem durch den Abbau der Mittelschichtsbelastung zu vereinfachen und die Lasten stärker auf die Reichsten zu verlagern.
Die Steuerreformen des Gewerkschaftschefs zielen darauf ab, die Mittelschicht zu entlasten und gleichzeitig die Superreichen stärker in die Pflicht zu nehmen. Sollten die Pläne umgesetzt werden, würden sie die Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen und Infrastruktur in Deutschland grundlegend verändern. Vassiliadis betont, dass die Wohlhabendsten ein Interesse an einem stabilen und gut ausgestatteten Land haben.






