15 May 2026, 16:03

Große Grüne Mauer: Warum Afrikas Öko-Projekt an der Realität scheitert

Dichte Vegetation einschließlich Bäumen und Sträuchern, die eine Landfläche bedecken.

Große Grüne Mauer: Warum Afrikas Öko-Projekt an der Realität scheitert

Die Große Grüne Mauer: Ehrgeizige Ziele, harte Realität

Das Projekt Große Grüne Mauer (GGW) sollte bis 2030 auf einer Fläche von 100 Millionen Hektar degradierte Böden in Afrikas Sahelzone wiederherstellen. Gleichzeitig zielt es darauf ab, durch Aufforstung und nachhaltige Landnutzung 250 Millionen Tonnen CO₂ zu binden. Doch in den letzten Jahren stockt die Umsetzung erheblich.

Seit seinem Start 2021 sollte der GGW-Beschleuniger (Great Green Wall Accelerator, GGWA) die Renaturierung vorantreiben und grüne Arbeitsplätze schaffen. Doch die Aufforstungsbemühungen in den Partnerländern bleiben hinter den Erwartungen zurück – viele Jungpflanzen überleben die extremen Bedingungen nicht.

Noch komplexer gestaltet sich die CO₂-Speicherung: Das aride und semiaride Klima der Region begrenzt das Potenzial von Baumpflanzungen, zusätzliches CO₂ langfristig zu binden. Trotzdem expandieren Kompensationsprojekte für CO₂-Emissionen weiter in diese Gebiete.

Ein zentrales Hindernis bleibt das Fehlen robuster institutioneller Strukturen. Die geplante GGW-Kohlenstoffbank, die Finanzierungsmechanismen für CO₂-Projekte unterstützen sollte, existiert bis heute nicht. Ohne sie fehlen Garantien und Marktanreize. Studien zeigen zudem, dass nur 12 Prozent der bestehenden CO₂-Zertifikate aus Ausgleichsprojekten tatsächlich echte Emissionsreduktionen darstellen.

Experten wie Jeremy Allouche, Forschungsprofessor am Institute of Development Studies in Großbritannien, und Detlef Müller-Mahn, Professor an der Universität Bonn, weisen auf diese systemischen Probleme hin.

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Die Ziele der GGW – Land wiederherzustellen und CO₂-Emissionen zu senken – bleiben zwar ehrgeizig, scheitern aber an praktischen Hürden. Ohne bessere Überlebensraten der Setzlinge, stärkere Institutionen und realistischere Strategien zur CO₂-Bindung könnten die Ziele für 2030 unerreicht bleiben. Die aktuellen Fortschritte zeigen: Erfolg hängt davon ab, sowohl ökologische als auch strukturelle Herausforderungen zu meistern.

Quelle