08 June 2026, 12:02

GLS Bank in der Kritik: Kontosperren lösen Proteststurm und Mitgliedersolidarität aus

Selbstkritik im Aufsichtsrat der Genossenschaftsbank

GLS Bank in der Kritik: Kontosperren lösen Proteststurm und Mitgliedersolidarität aus

Die GLS Bank steht nach der Schließung von Konten linker Gruppen unter massiver Kritik und hat damit landesweite Proteste ausgelöst. Eine offene Stellungnahme der Initiative „Stop Debanking“ warf der Bank politische Voreingenommenheit vor. Trotz des öffentlichen Gegenwinds erhielt die Bankführung jedoch in einer jüngsten Abstimmung überwältigende Rückendeckung von ihren Mitgliedern.

Auslöser der Kontroverse war die Kündigung von Konten durch die GLS Bank, darunter solche der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Roten Hilfe. Die Entscheidung löste Empörung aus – die von einem breiten Bündnis unterstützte „Stop-Debanking“-Koalition* forderte Aufklärung. Die Proteste nahmen an Fahrt auf, und die Initiative verwies darauf, dass Banken nach deutschem und EU-Recht verdächtige Transaktionen melden müssen – doch ob die Kontoschließungen gerechtfertigt waren, blieb umstritten.

Die GLS Bank wies politische Motive zurück und betonte, die Maßnahmen seien allein aus rechtlichen und regulatorischen Gründen erfolgt. Gleichzeitig urteilte ein Gericht, dass die Sparkasse Göttingen die Konten der Roten Hilfe offenhalten muss – ein Druckmittel, das die GLS Bank zum Umdenken zwang. Als Reaktion auf die öffentliche Empörung startete die Bankführung eine Öffentlichkeitskampagne, zu der auch ein Nachhaltigkeitsfestival und direkte Gespräche mit Kunden gehörten.

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Auf einer Mitgliederversammlung sprachen sich 676 von 720 Anwesenden für die Entlastung des dreiköpfigen Vorstands aus – ein klares Zeichen interner Unterstützung trotz externer Kritik. Dennoch kündigte die DKP an, sich von der GLS Bank zu trennen und künftig auf die öffentlichen Sparkassen in Deutschland auszuweichen. Die Rote Hilfe hingegen behielt nach den Protesten ihre Konten bei der GLS Bank.

Die Auseinandersetzung hinterlässt Spuren: Zwar bleibt die Bankführung nach dem Mitgliedervotum im Amt, doch mit der DKP verlor die GLS Bank mindestens einen bedeutenden Kunden. Rechtliche Urteile und öffentlicher Druck führten zudem zu Anpassungen – die Konten der Roten Hilfe blieben bestehen. Der Fall zeigt das Spannungsfeld zwischen finanziellen Regularien und dem Vorwurf politischer Einflussnahme auf.

Quelle