Fraunhofer ILT revolutioniert Luftfahrt mit Lasertechnik und Wasserstoffantrieben
Charlotte SimonFraunhofer ILT revolutioniert Luftfahrt mit Lasertechnik und Wasserstoffantrieben
Neue Fertigungstechniken machen die Luft- und Raumfahrtproduktion sauberer und effizienter
Das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Aachen treibt die Forschung an fortschrittlichen Verfahren für den Bau von Raketen- und Flugzeugkomponenten voran. Diese Innovationen sollen die Kosten senken, Abfälle reduzieren und den Umstieg auf nachhaltige Treibstoffe wie Wasserstoff und Biomethan unterstützen.
Das Institut arbeitet an zwei zentralen Projekten, um die Luft- und Raumfahrtfertigung zu verbessern. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Laser-Pulverbettverfahren (LPBF), einer Methode, mit der leichte und gleichzeitig hochfeste Bauteile für Flugzeuge hergestellt werden. Spezialpulver wurden entwickelt, um den strengen Anforderungen wasserstoffbetriebener Antriebssysteme gerecht zu werden. Moderne Sensoren erkennen dabei winzige Fehler – teilweise nur 0,4 Millimeter groß – bereits während des Druckvorgangs, was spätere Kontrollen überflüssig macht.
In einem weiteren Vorhaben optimiert das Fraunhofer ILT im Rahmen des EU-geförderten Projekts ENLIGHTEN das Laserauftragschweißen (LMD), um Raketenkomponenten präziser und effizienter herzustellen. Dabei kommen umweltfreundliche Treibstoffe wie grüner Wasserstoff und Biomethan zum Einsatz. Das Projekt steht im Einklang mit den weiteren Zielen der EU, darunter ein geplantes EU-Raumfahrtrecht (EUSL), das Nachhaltigkeit in der Raumfahrt regulieren soll.
Zudem ist das Institut an der Initiative TIRIKA beteiligt, die Wasserstoff als emissionsfreie Energiequelle für die Luftfahrt erforscht. Studien zeigen, dass die additive Fertigung einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck hinterlässt als herkömmliche Methoden. Diese Fortschritte fallen in eine Zeit, in der die Europäische Kommission die CO₂-Emissionen im Luftverkehr bis 2050 um 60 Prozent im Vergleich zu 1990 senken will.
Die Arbeit des Fraunhofer ILT könnte die Herstellung von Luft- und Raumfahrtkomponenten revolutionieren. Durch die Kombination neuer Materialien, präziser Sensoren und sauberer Treibstoffe verspricht die Technologie niedrigere Kosten, weniger Abfall und eine geringere Umweltbelastung. Die Entwicklungen tragen sowohl zur Effizienzsteigerung der Branche als auch zu den langfristigen Klimazielen der EU bei.






