Frauenhass in sozialen Medien: Wie die "Manosphäre" toxische Männlichkeit verbreitet
Felix SchneiderFrauenhass in sozialen Medien: Wie die "Manosphäre" toxische Männlichkeit verbreitet
Feindselige Frauenfeindlichkeit breitet sich in sozialen Medien aus – angetrieben von "Männlichkeits"-Influencern
Eine Welle frauenfeindlicher Rhetorik schwappt durch die sozialen Medien, befeuert von sogenannten Influencern der "Manosphäre". Diese Akteure verbreiten extreme Vorstellungen von Männlichkeit, greifen gezielt Frauenrechte an und schüren gezielt Hass. Trotz früherer Bewegungen wie #MeToo bekennen sich heute viele Männer offen zu unverschämter Frauenverachtung – sowohl im Netz als auch in Machtpositionen.
In den vergangenen zwölf Monaten sind die Stimmen der "Manosphäre" auf Plattformen wie YouTube, Reddit und Twitter/X lauter geworden. Ihre Inhalte drehen sich um antifeministische Narrative und eine vermeintliche Benachteiligung von Männern, wobei sie schnell auf gesellschaftliche Trends reagieren. Eine Analyse des Demografen Simon Kuestenmacher vom März 2026 zeigte, wie sehr diese Erzählungen die Debatten prägen – auch wenn genaue Zahlen fehlen.
Einige dieser Influencer gehen noch weiter und fordern gar, Frauen das Wahlrecht zu entziehen. Solche extremen Positionen finden zunehmend Anhänger, selbst unter Frauen, die sie in Kommentarspalten unterstützen. Gleichzeitig handeln mächtige Männer weiterhin straffrei, behandeln Frauen herablassend oder machen sie lächerlich.
Berichte über nicht strafbare, aber abstoßende Verhaltensweisen von Männern in Führungspositionen füllen die Nachrichtencyklen. Ob für digitale Hetze oder reale Übergriffe – Konsequenzen bleiben oft aus. Die begrenzte Wirkung von #MeToo hat ein Vakuum hinterlassen, in dem diese Einstellungen mit neuer Wucht zurückkehren.
Der Aufstieg frauenfeindlicher Inhalte spiegelt eine breitere Gegenbewegung gegen Gleichberechtigung wider. Frauen erleben nach wie vor strukturelle Abwertung, während einflussreiche Männer häufig ohne Konsequenzen agieren. Ohne entschiedenen Widerstand werden diese giftigen Narrative die öffentliche Debatte weiter prägen.






