Forscher entschlüsseln tödlichen Mechanismus bei Entzündungen – Hoffnung auf neue Therapien
Noah MayerForscher entschlüsseln tödlichen Mechanismus bei Entzündungen – Hoffnung auf neue Therapien
Forschende haben entschlüsselt, wie ein zentrales Protein während Entzündungsprozessen den Zelltod auslöst. Die Studie, geleitet vom Universitätsklinikum Bonn (UKB) und der Universität Bonn, konzentrierte sich auf Gasdermin D (GSDMD), das tödliche Poren in Zellmembranen bildet. Die Ergebnisse deuten auf neue Ansätze hin, um diesen Mechanismus bei Erkrankungen wie Sepsis oder autoinflammatorischen Störungen zu blockieren.
An der Forschung waren Teams des UKB, der Universität Bonn sowie weiterer internationaler Einrichtungen beteiligt. Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), rekonstruierten sie, wie GSDMD aktiv wird: Wird ein hemmender Abschnitt entfernt, lagern sich über 30 Proteinfragmente zu einem größeren Komplex zusammen.
Dabei dockt zunächst die N-terminale Domäne (NTD) von GSDMD an der äußeren Zellmembran an – nicht an den Mitochondrien. Anschließend verbindet sie sich mit weiteren NTD-Fragmenten und bildet Poren. Dieser als Pyroptose bezeichnete Prozess führt zum Zelltod und setzt entzündungsfördernde Signale frei.
Das Team identifizierte sechs Nanobodies, die gezielt GSDMD angreifen. Zwei davon wurden in menschlichen Makrophagen getestet. Diese winzigen Antikörper drangen in die Zellen ein und blockierten die weitere Porenbildung. Dadurch stoppten sie den Zelltod und verhinderten die Freisetzung von Zytokinen, die Entzündungen antreiben.
Die Studie zeigt einen potenziellen Therapieansatz für Krankheiten auf, die durch übermäßige Porenbildung verursacht werden. Durch den Einsatz von Nanobodies zur Hemmung von GSDMD könnten Ärztinnen und Ärzte künftig Entzündungen bei Sepsis oder autoinflammatorischen Erkrankungen reduzieren. Bevor die Methode klinisch eingesetzt werden kann, sind jedoch weitere Tests notwendig.






