Familienbetrieb kämpft um Zukunft ihrer Biogasanlage in NRW
Biogasanlage in Familienhand in Nordrhein-Westfalen kämpft mit Herausforderungen
Eine familiengeführte Biogasanlage in Nordrhein-Westfalen steht vor schwierigen Zeiten: Neue Vorschriften und Finanzierungslücken sorgen für Unsicherheit. Die Familie Bening, Betreiber der Anlage in Maria Veen, musste kürzlich eines ihrer fünf Blockheizkraftwerke (BHKW) abschalten, nachdem die staatlichen Fördergelder ausliefen. Gleichzeitig betont eine Studie aus dem Jahr 2024 die Schlüsselrolle von Biogas für die zukünftige Energieversorgung Deutschlands.
Die Bennings hatten 2023 einen Antrag auf Bundesförderung für den Netzanschluss gestellt, wurden jedoch abgelehnt. Diese Absage zwang sie, ein BHKW nach Ablauf der 20-jährigen EEG-Förderung stillzulegen. Seitdem verbrennt die Anlage jährlich rund 700 Megawattstunden Erdgas für die Beheizung – statt wie zuvor Biogas zu nutzen.
Trotz der Rückschläge plant die Familie, ihre Anlage für eine flexible, bedarfsgerechte Stromerzeugung umzurüsten. Sie wollen sich in künftigen Ausschreibungsrunden erneut bewerben und hoffen, von den Fördermaßnahmen des Biogas-Pakets 2024 zu profitieren, das Anlagen belohnt, die ihre Produktion an den Netzbedarf anpassen.
Biogas ist bereits heute ein wichtiger Baustein der deutschen Energiewende. 2024 deckte es zwölf Prozent des Ökostroms und über sechs Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Mit rund 1.100 flexiblen Biogasanlagen allein in Nordrhein-Westfalen schätzen Experten, dass der Sektor bis 2040 bis zur Hälfte des verbleibenden Strombedarfs abdecken könnte – insbesondere in Phasen mit wenig Wind oder Sonne.
Doch rechtliche Unsicherheiten bleiben bestehen. Die EU-Kommission hat das neue deutsche Biogasgesetz noch nicht genehmigt, was Betreiber wie die Bennings in einer Warteschleife zurücklässt, während sie auf klare Regelungen warten.
Das Schicksal der Familie Bening spiegelt die größeren Herausforderungen der deutschen Biogasbranche wider. Zwar bietet die Technologie eine zuverlässige Reserve für erneuerbare Energien, doch Verzögerungen bei der EU-Genehmigung und Finanzierungslücken drohen den Fortschritt zu bremsen. Ohne schnelle Lösungen könnten weitere Anlagen stillgelegt oder in ihrer Effizienz eingeschränkt werden – mit Folgen für lokale Betreiber und die nationalen Klimaziele.
