20 June 2026, 18:01

Faesers Einbürgerungsreform spaltet die Politik: Debatte um kürzere Aufenthaltsdauer

SPD: "Konzentration auf Argumente, nicht auf das Schüren von Ressentiments"

Faesers Einbürgerungsreform spaltet die Politik: Debatte um kürzere Aufenthaltsdauer

Ein Vorschlag zur Verkürzung der Mindestaufenthaltsdauer für die Einbürgerung in Deutschland hat eine scharfe politische Debatte ausgelöst. Innenministerin Nancy Faesers Plan stieß bei den Unionsparteien und der FDP auf heftige Kritik. Auch die SPD meldete sich zu Wort und bezeichnete die Haltung der Opposition als veraltet und kontraproduktiv.

Faesers Vorstoß zielt darauf ab, die erforderliche Aufenthaltsdauer von acht auf fünf Jahre zu reduzieren. Damit würde sich Deutschland an andere einwanderungsabhängige Länder angleichen, in denen fünf Jahre üblich sind. Befürworter argumentieren, dass die Reform hochqualifizierte Fachkräfte anziehen könnte, indem sie den Zugang zur Staatsbürgerschaft erleichtert.

Die Unionsparteien und die FDP reagierten alarmiert. Sie warnten, die Reform komme einem „Ausverkauf“ der deutschen Staatsbürgerschaft gleich. Sabine Vischer-Kippenhahn, Co-Vorsitzende der SPD in Solingen, verglich ihre Reaktion mit Roland Kochs Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft im Jahr 1999. Sie warnte, die FDP riskiere, ihre Identität zu verlieren, indem sie rechtsextreme Wähler umwerbe.

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Auch die SPD kritisierte Friedrich Merz und Markus Söder für ihre Ablehnung. Die Partei erklärte, ihre Position wirke rückwärtsgewandt und spiegle nicht die modernen Erfordernisse der Zuwanderung wider.

Die Debatte zeigt tiefe Gräben in der Staatsbürgerschaftspolitik auf. Eine kürzere Mindestaufenthaltsdauer könnte beeinflussen, wo sich Fachkräfte niederlassen. Die politischen Folgen könnten künftige Diskussionen über Reformen der Einwanderungspolitik prägen.

Quelle