Energiewende in der Krise: Warum Deutschlands Gasverbrauch 2025 wieder steigt
Moritz NeumannEnergiewende in der Krise: Warum Deutschlands Gasverbrauch 2025 wieder steigt
Deutschlands Energiewende steht vor neuen Herausforderungen, wie der aktuelle Gasbilanz-Report 2025 zeigt: Rückschläge beim Ausbau von Wasserstoff und ein erneuter Anstieg des Gasverbrauchs belasten die Transition. Zwar gibt es Fortschritte bei erneuerbarem Gas wie Biomethan, doch unklare Vorschriften und hohe Kosten bremsen zentrale Projekte. Zudem bleibt der Stromsektor im Vergleich zu Ländern, die die Kohle auslaufen lassen, stark von CO₂-intensiven Energieträgern abhängig.
Der Gasverbrauch in Deutschland stieg 2025 um 3 % auf 835 Terawattstunden – ein Plus gegenüber dem Vorjahr. Gas deckt damit nun 26,9 % des Primärenergiebedarfs, unter anderem weil es Lücken füllt, wenn erneuerbare Energien wenig Strom liefern. In der dritten Kalenderwoche 2025 etwa erzeugten Gaskraftwerke 72 % des Strombedarfs, als Wind- und Solarstrom nur schwach verfügbar waren.
Der Report offenbart zudem einen deutlichen Rückgang bei der Wasserstoffentwicklung: Die geplante Elektrolyseur-Kapazität sank von 11,3 Gigawatt (GW) im Jahr 2024 auf nur noch 7,2 GW in 2025 – ein Minus von 4,1 GW. Lediglich 1,3 GW an Projekten befinden sich aktuell im Bau oder sind finanziell gesichert, während 2.400 Megawatt (MW) fest finanziert sind. Der Rest leidet unter regulatorischen Unklarheiten, Finanzierungsengpässen und Verzögerungen bei der Umsetzung.
Positiv zu vermerken ist der Ausbau des Wasserstoff-Kernnetzes, das mittlerweile 525 Kilometer umfasst. Auch die Biomethan-Produktion legte zu: 11,5 TWh wurden 2025 ins Gasnetz eingespeist. Dennoch bleibt die CO₂-Intensität des deutschen Stromsektors mit 344 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde hoch – höher als in Ländern, die konsequent aus der Kohle aussteigen.
Die Gasbilanz 2025 unterstreicht, wie sehr Deutschland weiterhin auf Gas angewiesen ist und welche Hürden die Wasserstoffpläne behindern. Da weniger Projekte vorankommen und regulatorische Unsicherheiten bestehen, bleibt die Energiewende mit Hindernissen konfrontiert. Gleichzeitig fungiert Gas weiterhin als wichtige Brückentechnologie, während erneuerbare Energien noch nicht durchgehend die Nachfrage decken können.