Bochum und Witten erkunden tiefen Untergrund für nachhaltige Erdwärme-Nutzung
Felix SchneiderBochum und Witten erkunden tiefen Untergrund für nachhaltige Erdwärme-Nutzung
Großprojekt erforscht tiefen Untergrund von Bochum und Witten auf nachhaltiges Energiepotenzial
Die Initiative „VESTA CONTRAST“ soll in einem fünf Kilometer langen Abschnitt bis in 2.000 Meter Tiefe den Untergrund zwischen Bochum und Witten mit einer fortschrittlichen, sonarähnlichen Technologie vermessen. Ziel ist es, das Potenzial von Erdwärme für die Beheizung von Wohnhäusern und Industrieanlagen im Ruhrgebiet zu bewerten.
Der Untergrund des Ruhrgebiets birgt noch ungenutzte Möglichkeiten für geothermische Wärmegewinnung und -speicherung. Hier steigen die Temperaturen um etwa 3 °C pro 100 Meter – tiefe Schichten könnten damit zu einer vielversprechenden Energiequelle werden. Fachleute schätzen, dass geothermische Systeme bis zu drei Viertel der bestehenden Gebäude in Deutschland mit Wärme versorgen könnten, zudem ein Viertel der kommunalen Netze und des Industriebedarfs.
Für die Datenerhebung werden entlang einer Strecke vom Industriepark Mark 51°7 bis nach Witten-Heven bis zu 600 Geophon-Stationen im Abstand von zehn Metern aufgestellt. Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit rund 330.000 Euro geförderte Untersuchung dauert voraussichtlich eine Woche. Die Feldarbeiten sollen bis Februar 2025 beginnen.
Während oberflächennahen Geothermieanlagen bereits Einzelhäuser versorgen, ist eine tiefere Erkundung notwendig, um die nachhaltige Wärmeversorgung ganzer Städte auszubauen. Ähnliche Projekte in München und Paris zeigen, wie die Kartierung unterirdischer Strukturen großflächige Energiewenden unterstützen kann.
Das „VESTA CONTRAST“-Projekt wird eine detaillierte geologische Karte des Untergrunds im Süden Bochums erstellen. Diese Daten könnten den Weg für einen Ausbau der Erdwärmenutzung in der Region ebnen – und möglicherweise auch zukünftige Heizstrategien in ganz Deutschland beeinflussen.






