Bochum plant Taxi-Revolution: Flexible Preise gegen Uber und Co.
Bochum sucht nach neuen Wegen, um den Wettbewerb zwischen traditionellen Taxis und Fahrdienstvermittlern wie Uber zu regeln. Die Stadtverwaltung hat einen Kompromissvorschlag vorgelegt, der flexiblere Preismodelle für Taxis einführen könnte – darunter günstigere Tarife sowie vorab vereinbarte Festpreise. Dies ist Teil der anhaltenden Debatte, wie ein fairer Ausgleich zwischen Wettbewerb, Fahrgern und Fahrgästen gelingen kann.
An Fahrt aufgenommen hat die Diskussion, nachdem Léon Beck, Vorsitzender des Bochumer FDP-Kreisverbands, sich für mehr Spielraum bei der Taxipreissetzung ausgesprochen hatte. Er schlug vor, Taxiunternehmen sollten ihre Tarife anpassen dürfen – etwa durch Rabatte oder pauschale Vorabpreise –, um besser mit den App-basierten Anbietern konkurrieren zu können. Die FDP betonte zudem, dass Fahrdienstvermittler nicht pauschal kritisiert werden dürften, und forderte einen ausgewogeneren Ansatz.
Im Oktober 2025 legte die Bochumer Stadtverwaltung (geführt von SPD und Grünen) einen Kompromiss vor: Demnach soll ein Mindestpreis von 5 Euro pro Taxifahrt gelten, während dynamische Preisspitzen bei Diensten wie Uber oder Bolt auf das Doppelte des Standardtarifs begrenzt werden. In der Nachbarstadt Essen hingegen trieb eine von der CDU angeführte Koalition (unterstützt von FDP- und CDU-Fraktionen) eine einheitliche Preisregelung voran und forderte einen Festpreis von 2,50 Euro pro Kilometer – sowohl für Taxis als auch für Fahrdienstvermittler. Dies führte zu langwierigen Streitigkeiten im Essener Stadtrat.
Die Bochumer Verwaltung zeigt sich offen für eine Reform der Taxivorschriften, falls Betreiber in flexiblen Preisen ein wirksames Mittel gegen die App-Konkurrenz sehen. Um die Möglichkeiten auszuloten, hat die Stadt ein Gutachten in Auftrag gegeben, das ein neues Tarifmodell entwerfen soll. Die Ergebnisse werden nach der Sommerpause erwartet. Zudem könnte die FDP-Fraktion in Bochum die Forderungen mit einer Petition für flexible Taxipreise weiter vorantreiben.
Ziel der geplanten Änderungen in Bochum ist es, den Taximarkt zu modernisieren und gleichzeitig den Wettbewerb mit Fahrdienstvermittlern fair zu gestalten. Sollte das neue Modell umgesetzt werden, könnten Taxis künftig attraktivere Preise anbieten – mit einer Mindestgebühr von 5 Euro pro Fahrt und Deckeln für dynamische Preise bei den Apps. Über die weiteren Schritte in der Verkehrspolitik der Stadt werden die Ergebnisse des Gutachtens und eine mögliche Petition entscheiden.






