Berliner Theatertreffen feiert epische Marathon-Aufführungen mit ausverkauften Häusern
Noah MayerBerliner Theatertreffen feiert epische Marathon-Aufführungen mit ausverkauften Häusern
Deutschlands Theaterszene ist seit langem für ihre Marathon-Aufführungen bekannt. Das diesjährige Berliner Theatertreffen, das vom 1. bis 17. Mai stattfand, unterstrich diesen Trend einmal mehr – mit ausverkauften Vorstellungen epischer Produktionen. Darunter befand sich Wallenstein: Ein Schlachtenfest in sieben Gängen, ein siebenstündiges Spektakel an den Münchner Kammerspielen.
Die Tradition extrem langer Theaterstücke reicht Jahrzehnte zurück. In den 1970er- und 1980er-Jahren trieb das Aufkommen des Regietheaters die Grenzen aus und führte zu immer längeren Spielzeiten. Robert Wilsons Einstein on the Beach, das 1976 uraufgeführt wurde, dauerte berühmt-berüchtigt vier bis fünf Stunden. Auch in diesem Jahr setzte das Festival diese Linie fort und präsentierte Inszenierungen, die dem Publikum einiges an Durchhaltevermögen abverlangten.
Nora Hertlein-Hull, die Leiterin des Theatertreffens, erlebte eine solche Produktion erstmals 2007. Das jährlich in Berlin stattfindende Festival lädt zehn herausragende Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein. Zwar erfasst der Deutsche Bühnenverein keine Statistiken zu Spieldauern, doch der Trend bleibt unübersehbar.
Die Pandemie unterbrach diese Tradition vorübergehend. Während und kurz nach den Lockdowns setzten viele Theater auf kürzere, pausenlose Stücke. Doch mittlerweile sind die Marathon-Aufführungen mit voller Wucht zurückgekehrt. Die Berliner Volksbühne bringt sogar Peer Gynt in einer neuen Fassung auf die Bühne – dessen erste Teilinszenierung einst acht Stunden dauerte.
Das diesjährige Theatertreffen bestätigte: Die deutschsprachigen Bühnen halten an langen, immersiven Werken fest. Mit ausverkauften Vorstellungen wie Wallenstein zeigt das Publikum weiterhin großes Interesse. Die Tradition des epischen Erzählens auf der Bühne scheint lebendiger denn je.






