26 April 2026, 14:08

Bakterien statt Chemie: HHU-Forscher entwickeln grüne Pestizide mit Millionenförderung

Alte Buchumschlagabbildung mit einer Flasche Farmogerm-Insektizid, die mit fetter schwarzer Schrift auf einem hellblauen Hintergrund beschriftet ist.

Bakterien statt Chemie: HHU-Forscher entwickeln grüne Pestizide mit Millionenförderung

Ein Forschungsteam der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) entwickelt ein neues Verfahren zur Herstellung umweltfreundlicher Pestizide mithilfe von Bakterien. Das unter der Leitung von Dr. St. Elmo Wilken stehende Projekt erhält fast 2,7 Millionen Euro Förderung von der Bundesregierung. Ziel ist es, innerhalb von fünf Jahren eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen chemischen Pestiziden zu schaffen.

Die Wissenschaftler setzen dabei auf das Bakterium Vibrio natriegens, um Pyrethrine herzustellen – natürliche Bio-Pestizide, die in der Dalmatinischen Insektenblume vorkommen. Diese Wirkstoffe sind bereits für ihre Effektivität in der Schädlingsbekämpfung bekannt. Durch die gezielte Gestaltung mikrobieller Gemeinschaften wollen die Forscher die Produktion mithilfe von Stoffwechselmodellen und fortschrittlichen Messtechniken optimieren.

Die Bakterien werden in Bioreaktoren mit holzbasierten Rohstoffen kultiviert, was die Landwirtschaft direkt mit der Bio-Pestizid-Herstellung verknüpft. Dieser Ansatz entspricht der "Farm to Fork"-Strategie der EU, die nachhaltige Anbaumethoden fördert. Zudem profitiert das Vorhaben von der Nationalen Bioökonomiestrategie der Bundesregierung, die eine Kreislaufwirtschaft vorantreiben und die Abhängigkeit von endlichen Ressourcen verringern soll.

Gefördert wird das Projekt im Rahmen der Initiative "Kreative Nachwuchstalente für die Bioökonomie", die die Zusammenarbeit zwischen jungen und erfahrenen Wissenschaftlern stärken soll. Die Forschungsgruppe PyreComm an der HHU geht davon aus, dass sich das Verfahren effizient hochskalieren lässt und gute Chancen auf eine zügige Zulassung in der EU hat.

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Gelingt das Vorhaben, könnten Landwirte künftig auf eine grünere Alternative zu synthetischen Pestiziden zurückgreifen. Die Methode würde nicht nur den Chemikalieneinsatz reduzieren, sondern auch ein nachhaltigeres Agrarsystem unterstützen. Die Ergebnisse könnten zudem die künftige Bioökonomie-Politik in Deutschland und darüber hinaus prägen.

Quelle