15 January 2026, 01:10

Apothekensterben in Deutschland: Immer längere Wege für lebenswichtige Medikamente

Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Logo, auf dem steht: '19 Millionen Amerikaner werden geschätzt jährlich 400 USD an Arzneikosten sparen'.

Apothekensterben in Deutschland: Immer längere Wege für lebenswichtige Medikamente

Apothekensterben in Deutschland: Immer mehr Standorte schließen – Patienten müssen weitere Wege in Kauf nehmen

In ganz Deutschland schließen weiterhin Apotheken in stetigem Tempo, was viele Gemeinden mit immer weniger lokalen Versorgungsmöglichkeiten zurücklässt. Allein im Jahr 2025 sank die Gesamtzahl der Apotheken um 2,8 Prozent auf 16.601 bis Jahresende. Besonders betroffen sind einige Regionen, wo Patienten für lebenswichtige Medikamente zunehmend weitere Strecken zurücklegen müssen.

Im Regierungsbezirk Nordrhein gab es einen spürbaren Rückgang: 43 Apotheken schlossen ihre Türen – ein Minus von 2,2 Prozent im Vergleich zu 2024. Düsseldorf und Duisburg verzeichneten jeweils sechs Schließungen, während in beiden Städten nur eine neue Apotheke eröffnete. Im Kreis Viersen sah die Lage noch düsterer aus: Vier Apotheken machten dicht, ohne dass Ersatz hinzukam. Im städtischen Bereich Aachen schlossen fünf Standorte, ebenfalls ohne Neueröffnungen. Eine Ausnahme bildete der Kreis Heinsberg, wo eine neue Apotheke dazukam und keine schloss.

Die verbleibenden Apotheken geraten zunehmend unter Druck, da sie die Nachfrage der geschlossenen Standorte auffangen müssen. Doch ihre Vergütung ist seit Jahrzehnten kaum gestiegen. Eine angekündigte Erhöhung der Abgabegebühr – von 8,35 auf 9,50 Euro pro Rezept – fand keinen Eingang in die Apothekenreform der Bundesregierung vom Dezember 2025. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verwies auf Kosten in Höhe von einer Milliarde Euro und verschob die Frage auf eine Finanzprüfung im Jahr 2026. Die Bundesapothekerkammer warnt, dass ohne konkrete Anpassung der Vergütung die landesweite Arzneimittelversorgung weiter gefährdet bleibt. Ihre Forderung nach höheren Gebühren zielt darauf ab, die lokalen Dienstleistungen zu stabilisieren, bevor weitere Apotheken schließen müssen.

Der anhaltende Rückgang der Apotheken bedeutet für Patienten längere Wege und für die verbleibenden Betreiber eine höhere Arbeitsbelastung. Während die Regierung die Gebührenreform aufschiebt, besteht die Apothekerkammer auf sofortiges Handeln, um weitere Schließungen zu verhindern. Ohne Kurswechsel wird der Druck auf die noch bestehenden Apotheken – und die auf sie angewiesenen Gemeinden – weiter steigen.