21 February 2026, 18:03

Zugbegleiterin kämpft nach Drohungen für mehr Sicherheit im Job

Eine Schwarz-Weiß-Szene eines Zugunfalls mit Menschen in Helmen drumherum, Strommasten, Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel im Hintergrund.

Zugbegleiterin kämpft nach Drohungen für mehr Sicherheit im Job

Mandy Brune, Zugbegleiterin aus Saerbeck, fordert mehr Informationssicherheit am Arbeitsplatz, nachdem sie wiederholt verbale Angriffe und Drohungen erlebt hat. Sie spricht offen über die fehlende Unterstützung durch Umstehende während solcher Vorfälle und engagiert sich nun in einer Kampagne, um das Bewusstsein für das Problem zu schärfen.

Brunes Erlebnisse spiegeln ein größeres Problem wider: die zunehmende Gewalt gegen Bahnmitarbeiter. Berichte zeigen, dass es in den letzten Jahren tausende Übergriffe gegeben hat.

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Die Zugbegleiterin wurde immer wieder beschimpft und bedroht. In einigen Fällen standen Fahrgäste tatenlos daneben, ohne einzugreifen – was bei ihr das Gefühl der Hilflosigkeit verstärkt hat. Trotz dieser Erfahrungen liebt sie ihren Beruf, doch die Gleichgültigkeit der Zuschauer belastet sie zutiefst.

Mittlerweile beteiligt sie sich an der Kampagne "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!", die auf die Herausforderungen von Zugbegleitern und anderen Beschäftigten im öffentlichen und privaten Sektor aufmerksam machen will. Brune ist überzeugt, dass die Aufklärung bereits Wirkung zeigt: Einige Fahrgäste haben in Konfliktsituationen bereits Partei für sie ergriffen.

Neithard von Böhlen, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Nordrhein-Westfalen, unterstützt die Forderungen nach besserem Schutz. Er verlangt unter anderem Doppelte Besetzungen auf Zügen, Bodycams für Mitarbeiter und eine spezielle Staatsanwaltschaft für Straftaten gegen Bahnangestellte. Allein 2025 gab es laut Berichten über 3.000 Angriffe auf Mitarbeiter der Deutschen Bahn, hinzu kommen 1.708 Vorfälle mit Bundespolizei-Beteiligung im Jahr 2023.

Brune hofft, dass in Zukunft mehr Fahrgäste eingreifen werden. Sie wünscht sich einen Wandel, bei dem Zeugen nicht länger schweigen, sondern bei Bedrohungen handeln.

Die Kampagne setzt sich weiterhin für mehr Sensibilisierung und Schutzmaßnahmen ein. Brunes Engagement – zusammen mit den Gewerkschaftsforderungen – unterstreicht die Notwendigkeit struktureller Veränderungen, um die Sicherheit zu verbessern. Da es für 2023 keine bundesweiten offiziellen Statistiken gibt, zeigen die Zahlen der Vorjahre, wie groß die Gefahren für Zugbegleiter nach wie vor sind.