Zuckerrüben in der Krise: Wie neue Herbizide und Biostimulanzien die Ernte retten sollen
Noah MayerZuckerrüben in der Krise: Wie neue Herbizide und Biostimulanzien die Ernte retten sollen
Deutsche Zuckerrübenbauern stehen unter zunehmendem Druck: Die Preise fallen, Krankheiten breiten sich aus, und die Konkurrenz durch Importe nimmt zu. Trotz dieser Herausforderungen testen Erzeuger wie Marius Feldmann neue Lösungen, um die Erträge zu sichern und den Anbau wirtschaftlich tragfähig zu halten.
Ein vielversprechender Ansatz ist das Herbizid Rinpode, das in ersten Versuchen gute Ergebnisse gegen hartnäckige Unkräuter zeigte – bei gleichzeitig geringen Schäden für die Rüben selbst.
Seit 2020 ist die Anbaufläche für Zuckerrüben in Deutschland von etwa 43.000 Hektar auf unter 30.000 Hektar im Jahr 2025 geschrumpft. Gründe für den Rückgang sind niedrigere EU-Produktionsquoten, sinkende Zuckerpreise sowie hohe Kosten für Düngemittel und Energie. Klimarisiken wie Dürren und die Konkurrenz durch zollfreie Importe im Rahmen des Mercosur-Abkommens verschärfen die Lage zusätzlich.
Zu den größten Bedrohungen für die Ernte zählen SBR (Stolbur), Cercospora-Blattflecken und resistente Unkräuter wie Hühnerhirse. Bisher setzten Landwirte auf Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide, doch langfristige Lösungen sind nötig. Der große Verarbeiter Südzucker schreibt für sein SBR/Stolbur-Programm 2025 in ausgewählten Regionen den Einsatz des Biostimulans Kinsidro Grow vor – mit Spritzapplikationen in kritischen Wachstumsphasen.
Auf dem Betrieb Metternich-Ratibor-Corvey KG testet Betriebsleiter Marius Feldmann das neue Herbizid Rinpode, das mit nur 2 Gramm pro Hektar auskommt. Versuche zeigen, dass es Hühnerhirse wirksam bekämpft, ohne die Zuckerrüben nennenswert zu schädigen. Erste Daten deuten zudem darauf hin, dass solche Innovationen die Rübenerträge um 3–7 Prozent steigern und den Zuckergehalt erhöhen könnten.
Angesichts eines möglichen weiteren Flächenrückgangs im Jahr 2026 setzen Erzeuger zunehmend auf modernen Pflanzenschutz. Neben Herbiziden wie Rinpode kommen auch Fungizide und Biostimulanzien zum Einsatz, um Krankheiten einzudämmen und die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen zu stärken.
Der kombinierte Druck durch fallende Preise, Krankheitsbefall und Importkonkurrenz belastet die deutsche Zuckerrübenbranche weiter. Neue Werkzeuge wie Rinpode und Kinsidro Grow bieten Ansätze, um die Produktion zu stabilisieren – doch ihr langfristiger Erfolg hängt von einer breiten Anwendung und regulatorischer Unterstützung ab.
Die Landwirte stehen nun vor einer entscheidenden Phase: Sie müssen Kostensenkungen mit dem Bedarf an wirksamem Pflanzenschutz in Einklang bringen, um die Erträge zu sichern.






