29 January 2026, 18:11

Zoll durchsucht Maschinenbauer Köppern wegen mutmaßlicher Russland-Lieferungen trotz Sanktionen

Ein detailliertes Bild einer Dampflokomotive mit verschiedenen Bauteilen wie Motor und Getriebe, begleitet von russischem Text, der es als Patent für die Maschine beschreibt.

Umgehung von Russland-Sanktionen? Ermittler durchsuchen Fabrik - Zoll durchsucht Maschinenbauer Köppern wegen mutmaßlicher Russland-Lieferungen trotz Sanktionen

Zollfahnder haben die Geschäftsräume des Maschinenbauunternehmens Köppern in Hattingen und Freiberg (Sachsen) durchsucht. Der Konzern steht im Verdacht, gegen das deutsche Außenwirtschaftsgesetz zu verstoßen, indem er Ausrüstungen entgegen der EU-Sanktionen nach Russland liefern könnte. Die Behörden prüfen, ob Walzenpressen des Unternehmens indirekt nach Russland gelangt sind.

Köppern, ein Spezialist für Walzenpressen, die in der Düngemittelproduktion eingesetzt werden, sieht sich mit dem Vorwurf konfrontiert, Maschinen indirekt nach Russland geliefert zu haben. Die fraglichen Lieferungen im Wert von mehreren Millionen Euro sollen an einen Düngemittelhersteller in Zentralasien gegangen sein. Die Ermittler vermuten jedoch, dass die Anlagen anschließend nach Russland umgelenkt wurden – ein Verstoß gegen die im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg verhängten Sanktionen.

Die Staatsanwaltschaft Essen bestätigte die Durchsuchungen, wollte sich aber nicht zu Details im Fall Köppern äußern. Man berief sich auf den Schutz der laufenden Ermittlungen. Das Unternehmen betonte unterdessen, es arbeite vollumfänglich mit den Behörden zusammen.

Köppern habe interne Überprüfungen durchgeführt und behaupte, keine Hinweise auf Fehlverhalten gefunden zu haben, hieß es weiter. Bisher wurden keine Anklagen erhoben, und die Ergebnisse der Zollermittlungen bleiben unter Verschluss.

Im Mittelpunkt des Falls steht die Frage, ob Köppern-Maschinen trotz der EU-Exportverbote nach Russland gelangt sind. Sollten Verstöße bestätigt werden, drohen dem Unternehmen rechtliche Konsequenzen. Die Behörden setzen ihre Ermittlungen fort, während Köppern weiterhin seine Einhaltung der Handelsgesetze betont.