Wie eine Hertener Apotheke vom Konkurrenten-Crash profitiert – doch die Krise bleibt
Felix SchneiderWie eine Hertener Apotheke vom Konkurrenten-Crash profitiert – doch die Krise bleibt
Ingo Müller, Apotheker im Hertener Stadtteil Cirkel, hat sein Geschäft ausgebaut, nachdem ein benachbarter Konkurrent schließen musste. Die Schließung der City-Apotheke Anfang 2024 brachte seiner nur 500 Meter entfernten Apotheke im Cirkel plötzlich deutlich mehr Kunden. Trotz des Zuwachses warnt Müller jedoch vor den finanziellen Belastungen, denen sich lokale Apotheken gegenübersehen.
Der Wegfall der City-Apotheke führte zu einem starken Kundenandrang in Müllers Filiale. Um die Nachfrage zu bewältigen, erweiterte er den Kassenbereich und stellte zusätzliches Personal ein – darunter auch ehemalige Mitarbeiter der geschlossenen Konkurrenz.
Um sein Team zu entlasten, richtete Müller zudem einen 24-Stunden-Automaten für die Medikamentenabholung ein. Dadurch können Kunden rezeptfreie Arzneimittel ohne Wartezeit abholen. Hinter den Kulissen arbeiteten die bestehenden Mitarbeiter länger, um die erhöhte Arbeitslast zu stemmen.
Doch Müller betont, dass die gestiegene Kundenzahl nicht automatisch höhere Gewinne bedeutet. Steigende Betriebskosten und die Umstellung auf E-Rezepte drücken die Margen. Selbst mit dem Ausbau beschreibt er die wirtschaftliche Lage für Apotheken als zunehmend schwierig.
Über sein eigenes Geschäft hinaus engagiert sich Müller als Sprecher der lokalen Apotheker. Er nimmt an Protesten teil und spricht in regionalen Medien über die Branchenprobleme – und unterstreicht dabei den dringenden Bedarf an Unterstützung.
Seit der Schließung des Konkurrenten ist Müllers Apotheke gewachsen – sowohl räumlich als auch personell. Der Automat und die erweiterten Theken helfen, den zusätzlichen Andrang zu bewältigen. Dennoch bleiben die finanziellen Herausforderungen bestehen: schrumpfende Gewinne und anhaltende Branchenveränderungen prägen die Zukunft der lokalen Apotheken.