Wie ein betrunkener Schiedsrichter den Bremer Fußball-Kultdrink erfand
Admin UserWie ein betrunkener Schiedsrichter den Bremer Fußball-Kultdrink erfand
Vor 50 Jahren prägte Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder mit einer skurrilen Aktion die deutsche Fußballgeschichte – bis heute bestellt man in Bremen einen „Ahlenfelder“, wenn es ein Bier mit einem Schuss Malteser-Likör sein soll.
Am 8. November 1975 leitete Ahlenfelder, der später zu einem der renommiertesten Schiedsrichter Deutschlands aufstieg und 106 Bundesliga-Spiele pfiff, eine Partie zwischen Werder Bremen und Hannover 96 – unter Alkoholeinfluss. Sein auffälliges Verhalten umfasste Grimassen, herausgestreckte Zunge und wütendes Knurren in Richtung der Trainer. In der 32. Minute pfiff er irrtümlich zur Halbzeit, gab zunächst eine defekte Uhr als Grund an, gestand später jedoch, vor dem Spiel ein Bier und einen Malteser-Likör getrunken zu haben. Werder-Bremen-Präsident Franz Böhmert fand die Situation eher amüsant, und die Medien tauften Ahlenfelder fortan zum „lustigsten Schiedsrichter der Liga“. Um den Alkoholgeruch zu übertünchen, wurde er von Werder-Kapitän Horst-Dieter Höttges unter eine kalte Dusche gestellt und mit Wick VapoRub eingerieben.
Heute trägt eine Kneipe in der Nähe des Weser-Stadions zu seinen Ehren den Namen „Ahlenfelder“ und serviert dort den gleichnamigen Drink: ein Bier mit einem Schuss Malteser-Likör – als Hommage an die bizarre Begegnung vor einem halben Jahrhundert.
Der „Ahlenfelder“ ist bis heute eine Erinnerung an jenes denkwürdige Spiel. Zwar war Ahlenfelders Verhalten alles andere als vorbildlich, doch es hat sich tief in die Bremer Fußballkultur eingebrannt – und die Fans stoßen noch immer auf das ungewöhnliche Erbe des Schiedsrichters an.